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Blutvergießung auf dem Friedhof

Am 23. Febr. d. Js. am Faßnachtssonntag kamen zwei ledige Weibspersonen im Friedhofe zu Eschelkam, kgl. Log. Kötzting, zusammen, da sie in die Kirche gehen wollten. Aber kaum gesehen, stritten sie sich wieder um den Geliebten und schon nach kurzem Wortwechsel schlug Eine derselben die Andere, welche von dem Geliebten ein Kind hat, mit einem gläsernen Krüglein so auf den Kopf, daß sie unter heftigem Blutverluste in ein nahes Haus gebracht wurde, wo sie dann etliche Tage in ärztlicher Behandlung lag. Da durch diese Blutvergießung in Folge der starken Kopfverletzung der Friedhof entweiht war, so wurde den 17. ds. die Einweihung desselben, nach erhaltener Erlaubniß vom hochwürdigsten Ordinariate, Morgens halb 8 Uhr vom Titl. Hrn. Kirchenvorstande, unter Beihilfe der Hrn. Cooperatoren, des Meßners und der Lehrer vorgenommen.
Bayerische Landbötin No. 75. München. Donnerstag, 29. März 1855.

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