Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Straub Johann Baptist, 1704 (Wiesensteig/Wttbg.) - 1784, Hofbildhauer; Sohn eines Bildhauers, lernte er die Anfangsgründe bei seinem Vater, 1722/26 bei dem Hofbildhauer G. Luidl in München und schließlich ab 1728 bei J. Gunst und vor allem bei G. R. Donner und Ch. Mader in Wien, wo er mit Fischer von Erlach und Bibiena bekannt wurde; dann zog er wieder nach München, wo er Gehilfe von A. Faistenberger wurde und nach dessen Tod (1735) dessen Werkstatt kurze Zeit übernahm; 1736 »erwirbt er sich selbst durch die Fertigung einer sieben Schuh hohen Venus samt dreyen Genien zu den Springbrunnen in das itzige Grafkönigsfeld’sche Haus« (Erzbischöfliches Palais an der Kardinal-Faulhaber-Straße) den Titel eines Hofbildhauers und die Gunst Karl Albrechts; vom Schicksal wenig begünstigt - er lebte stets in sehr bescheidenen Verhältnissen, 1748 stirbt seine erste Frau, fünf Kinder folgen ihr in jungen Jahren, aus der zweiten Ehe bleiben von zehn Kindern nur drei Mädchen, von denen eines, Maria Theresia Amalia, seinen Schüler R. A. Boos heiratet -, besaß St. ausgesprochene Führertalente (zahlreiche Schüler: u. a. G. I. Günther, Boos, Messerschmidt) und war tief gläubig, was am besten die Inschrift auf der Madonna seines Hauses bezeugt: Causa nostrae laetitiae (Ursache unserer Freude).

Hauptwerke: Altaraufbauten, Tabernakel und Figuren in den Klosterkirchen von Schäftlarn, Fürstenzell, Ettal, Andechs, St. Anna, München, St. Michael, München, Berg am Laim, Tegernsee, Ursulinen in Landshut, Englische Fräulein in München-Nymphenburg, Grafrath, Polling, St. Georg in München-Bogenhausen, Altomünster, Figuren Nymphenburger Schloßpark, im Treppenhaus des Törring-Palais; neben G. I. Günther ist St. der Hauptmeister der Plastik Münchens und Altbayerns im 18. Jahrhundert.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.