Kein Grab ist stumm

 

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Allgemeine Deutsche Biographie (1876)

Boos: Roman Anton B., Bildhauer, geb. zu Roßhaupten bei Füßen 1730, † zu München 1810, lernte erst bei dem Bildhauer Anton Sturm in Füßen und dann bei dem kurfürstlichen Hofbildhauer zu München Johann Straub. Auch der Unterricht Verhelft's an der Augsburger Akademie wurde besucht, und schließlich erhielt B. auf der Wiener Akademie seine volle Ausbildung. Er wählte dann München als Aufenthaltsort und fand hier von Seiten des Hofes und für Kirchen und Klöster Beschäftigung, auch verlieh man ihm den Titel eines Hofbildhauers und ernannte ihn zum Professor an der Akademie. Er verfertigte die vier kolossalen Marmorstatuen der Heiligen Cajetan, Maximilian, Ferdinand und Adelheid an der Facade der Theatinerkirche zu München, die Holzbilder des Herzogs Ludwig des Strengen und des Kaisers Ludwig IV. in der Klosterkirche zu Fürstenfeld bei Bruck, die sieben Götterstatuen aus weißem Marmor im Schloßgarten zu Nymphenburg, die reichgeschmückte Holzkanzel in der Frauenkirche zu München u. a. Am bekanntesten sind seine »Thaten des Hercules«, die sieben Nischen der Arcaden des Münchener Hofgartens füllen; sie sind übrigens nicht nach seinen eigenen Vorlagen, sondern nach denen des berühmten Peter Candit ausgeführt. Roman war übrigens ein manierirter Meister, der noch in den Banden der ausgehenden Bernini'schen Kunstweise stand.

Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1876.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.