Kein Grab ist stumm

 

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Österreichische National-Enycyklopädie (1837)

Campi, Antonia, wurde bey Schikander und Zitterbarth 1801 von Prag engagiert, und debutirte bey der Eröffnung des neuerbauten Theaters an der Wien am 13. Juny desselben Jahres. Ihr Vater, Musikmeister in Warschau, war auch ihr erster Lehrer im Gesang, Pianoforte, Violine und Clarinette. Später ehelichte sie in Prag den Bassisten Gaetano Campi, bereiste mit ihm Italien, und bildete ihren Vortrag hauptsächlich nach jenem der berühmten Billington. In Mozart’s letzter Oper: La Clemenza di Tito, sang sie, 1791 noch Anfängerinn, die Servilia; sonst setzte er für sie niemahls eine Note; wohl aber für seine Schwägerinnen, nahmentlich für Mad. Lange die Bravour Arien (der Constanze) in der »Entführung aus dem Serail«, und im »Schauspieldirector«; für Mad. Hofer, nachmahlige Meier, die Königin der Nacht; die Sopran-Parte seiner italienischen Opern: Don Giovanni, Figaro und Cosi fann’ tutti, sind für die Sängerinnen Storace, Cavallieri, Ferrarese und Villeneuve geschrieben. Mehr als ein Decennium später glänzte C. in jenen Compositionen, und bey ihrem Ableben war sie in einem Alter von 56 Jahren. Ihre Stimme blieb unverändert, obwohl sie viele Kinder, ja sogar Drillinge zur Welt gebracht. In ihren letztern Lebensjahren machte sie noch eine Kunstreise, auf welcher sie 1817 in Brünn sang, und dort sehr ausgezeichnet wurde.

Österreichische National-Encyklopädie. Wien, 1837.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.