Kein Grab ist stumm

 

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Allgemeine musikalische Zeitung (1821)

Berlin. Uebersicht des September. Drey Sängerinnen aus Wien haben in diesem Monate uns angenehme musikalische Stunden verschaft. Die erste war die kaiserlich königliche erste Hof Kammer und Hof-Opernsängerin Mad. Antonie Campi. Sie sang in den beyden am 7ten und 15ten von der Generalintendantur veranstalteten Concerten; im ersten eine Scene und Cavatine von Bianchi, eine Bravourarie von Gyrowetz, eine Scene und Arie mit Chören von Caraffa und Variationen von Riotte über die Romanze aus Joseph in Aegypten, und im zweyten eine Szene und Arie von Paer, eine Arie mit der von Hrn. Semler gespielten obligaten Bratsche von Morlacchi, eine Szene und Cavatine von von S. Mayr, und Bravour-Variationen mit Chor über das Thema: God save the King, mit deutschem Text von Berner.

Auch trat sie am 28sten als Constanze in Mozart’s Zauberflöte, beydemal in dem diesen Monat wieder eröffneten und neu im Innern restaurirten Opernhause auf. Sie entwickelte durch ihre vollen und weichen Mitteltöne, da die tiefen nicht bedeutend stark und die hohen dünn, aber noch bis zum dreygestrichenen E rein und angenehm sind; auch bewunderte man den unübertrefflichen Triller, das schöne Staccato, die vollkommenen Coloraturen und Passagen, das ausgebildete Portamento, die Schwingung des Tons durch verschiedene Nuancen von forte und piano, den chromatischen Lauf, die unübertreffliche Zartheit, Innigkeit, Lieblichkeit und Nuancirung ihres Gesangs. Wir haben Hoffnung, sie noch länger hier zu hören.

Die zweyte war Dem. Marie Therese Sessi […] Die dritte war Dem. Mariane Kainz [...]

Allgemeine musikalische Zeitung Nr. 42 vom 17. October 1821.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.