Kein Grab ist stumm

 

Sektionen | Register | Suchen

 

<<< | >>>

 

 

 

Regensburger Zeitung (1852)

München. Allgemeines Bedauern erregt ein Unglück, welches dieser Tage eine junge Bürgersgattin von hier in Neuötting betraf. Die erst vor Kurzem mit dem Sohne des Zengerbräu Hrn. Hirl verehelichte 18jährige Tochter des Bierbrauers zum Faber, welche mit einer gleichfalls verheiratheten jungen Tochter des Hackerbräu in genanntem Orte verweilten, fuhren unmittelbar nach Tisch an dem Flusse Isen vorbei, von dessen klarem Wasserspiegel sie sich zum Baden eingeladen fühlten. Sie ließen den Kutscher in einiger Entfernung halten, entkleideten sich rasch und gingen ins Bad. Frau Hierl wurde aber, kaum ins Wasser gelangt, von einem Krampfe befallen, ging unter und ertrank. Ihre Begleiterin, selbst vom Schrecken ohnmächtig, könnte nur noch schwach um Hilfe rufen, worauf der Kutscher herbeieilte, ohne dessen Beistand auch sie ein Raub der Wellen geworden wäre. Beide Frauen sind heute hier angelangt, erstere als Leiche, letztere schwer erkrankt.

Regensburger Zeitung No. 177. Dienstag. 29. Juni 1852.

 

 

 

<<< | >>>

 

Sektionen | Register | Suchen

 

ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.