Kein Grab ist stumm

 

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Kunstblatt (1844)

Nekrolog.

München. Am 9. Januar starb hier der Historienmaler Peter Ferdinand Deurer, geboren im Jahre 1779 in Mannheim. Seine Studien hatte er in Düsseldorf und Kassel gemacht. Nach der Rückkehr in seine Vaterstadt rettete er, bei der Belagerung Mannheims durch die Franzosen, die Schätze der dortigen Gallerie. Bald hierauf wurde er Gallerie-Inspektor in Augsburg und Professor der dortigen höheren Kunstschule, gab aber im J. 1826 den Staatsdienst auf, um in Rom ganz der Kunst zu leben. Dort machte er sich eine Copie der Raphael'schen Grablegung in der Gallerie Borghese zu seiner Lebensaufgabe. Zugleich legte er eine schöne Sammlung älterer Gemälde an, welche sein Sohn, der Maler Ludwig Deurer in Mannheim, nach Deutschland holen wird. Der Vater war im verflossenen Jahre aus Italien nach Kissingen gekommen und hatte sich für den Winter nach München begeben, wollte im Frühjahr Marienbad besuchen und sodann nach Rom zurückkehren, als ihn, ungeahnt von ihm und den Seinigen, mitten im Gespräche mit diesen, der Tod überfiel. Er wurde das Opfer von Leberleiden, die er sich durch anhaltendes sitzendes Arbeiten scheint zugezogen zu haben. Er starb im Anfang des 66. Jahres.

Kunstblatt No. 23. Dienstag, den 19. März 1844.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.