Kein Grab ist stumm

 

Sektionen | Register | Suchen

 

<<< | >>>

 

 

 

Neuer Nekrolog der Deutschen (1842)

Dr. Heinrich Klee,
ordentl. Professor der Theologie zu München;
geboren im Jahre 1800, gestorben den 28. Juli 1840*.
* Intelligenzblatt zur allg. Lit.-Zeit. Septbr. 1840.

Klee war zu Münstermaifeld, einem Städtchen bei Koblenz, geboren, erhielt aber seine Bildung in dem Lyceum Mainz, wo er, um sich später dem Studium der Theologie zu widmen, in das bischöfliche Seminar trat. Noch vor Beendigung seines theologischen Kursus wurde er 1821 Lehrer an dem bischöflichen Gymnasium und 1825 Professor der Philosophie und Theologie am Seminar. Im Herbste 1825 erhielt er von Würzburg die theologische Doktorwürde und schrieb zu diesem Behufe die Abhandlung de chiliasmo primorum saeculorum, worauf 1828 seine erste umfassende Arbeit folgte: »Die Beichte, historisch-kritische Untersuchung.« In rascher Folge erschienen der Kommentar über das Evangelium nach Johannes (1829), der Kommentar über des Apostels Paulus Sendschreiben an die Römer (1830), Encyklopädie der Theologie (1832), Auslegung des Briefes an die Hebräer (1833), die Ehe (1833 und 35) und das größte seiner Werker: die katholische Dogmatik (1834-35, 2. Aufl. 1839 und 1840) und die Dogmengeschichte (1837 und 1838), denen noch eine Ethik folgen sollte. 1829 erhielt er einen Ruf an die katholisch-theologische Fakultät zu Bonn, wo er anfangs bei dem Vorherrschen des Hermesianismus mit seinen ganz entgegengesetzten Ansichten in eine wenig günstige Stellung kam und höchstens in exegetischen Vorlesungen Zuhörer erhielt. Als Clemens August den erzbischöflichen Stuhl von Cöln erhielt, wurde K. zum Examinator für das Fach der Dogmatik ernannt. Eine Beeinträchtigung der Lehrfreiheit und die Vernichtung seiner Wirksamkeit und seines Einflusses befürchtend, zog er es vor, einer wiederholt an ihn ergangenen Einladung nach München zu folgen. Dort hat er nur kurze Zeit wirken können, da der Tod den fleißigen Gelehrten in den besten Jahren abgerufen hat. Er gab sich Mühe, die jungen Theologen zum Selbstdenken und Selbststudium anzuleiten. Sein gerades biederes Wesen machte auf die Studirenden einen guten Eindruck und war wohl geeignet, sie zu gewinnen.

Neuer Nekrolog der Deutschen für das Jahr 1840. Weimar, 1842.

 

 

 

<<< | >>>

 

Sektionen | Register | Suchen

 

ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.