Kein Grab ist stumm

 

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München und die Münchener (1905)

e. Pagerie.

Bei allen großen Hoffestlichkeiten werden die Pagen zum Dienste herangezogen. Die Erziehungsanstalt der königlichen Edelknaben ist im Maximilianeum, Äußere Maximilianstraße 20, untergebracht und untersteht als königliche Stiftung dem Oberstkämmererstabe.

Direktor der Pagerie: Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, Kämmerer, Rittmeister à la suite, Äußere Maximilianstraße 20. Die Edelknaben besuchen das Wilhelms-Gymnasium, Thierschstraße 46.

Aufnahmebedingungen. Alter zwischen 13 und 14 Jahren. Der Zögling muß die Erlaubnis zum Aufrücken in die fünfte Gymnasialklasse haben und Ende Juni sich einer Prüfung unterziehen.

Aufnahmegesuche sind anfangs April des Aufnahmejahres durch die Eltern oder Vormünder, gerichtet an S. M. den König, beim Oberstkämmererstabe unter Anschluß folgender Zeugnisse einzureichen:

a) Geburts- und Taufschein,
b) Erster und zweiter Impfschein,
c) Studienzeugnisse, eventuell Zeugnis des Privat-lehrers,
d) Attest vom Heroldsamte, daß der Aspirant in der Adelsmatrikel des Königsreichs eingetragen ist,
e) Nachweis der Kammerschlüssel-Fähigkeit. (Probe der acht adeligen Ahnen in der obersten Reihe.)

Dispensationen über die beiden letzten Punkte sind bei Mangel gehörigen Nachweises im Gesuche zu erbitten.

Pensionspreis für Unterkunft und Verpflegung 1080 Mk., und 440 Mk. jährlich für Neuanschaffung von Kleidern etc. Demnach sind beim Beginne eines jeden Semesters 60 Mk. und zur erstmaligen Ausstattung beim Eintritt 200 Mk. zu erlegen.

Ganze und halbe Freistellen werden verliehen. Die Bitte um Verleihung einer ganzen oder halben Freistelle ist in dem Gesuche um Prüfungszulassung anzuführen.

München und die Münchener (1905). Leute. Dinge. Sitten. Winke. Karlsruhe, 1905.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.