Kein Grab ist stumm

 

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Allgemeine Deutsche Biographie (1882)

Koch: Joseph K., Thier- und Landschaftsmaler, geb. 1819 zu München, Sohn des Obermedicinalrathes Dr. K., besuchte die Lateinschule, kam aber bald zum Schlachtenmaler Albrecht Adam und Fr. Voltz. Neben der Thiermalerei oblag K. der Landschaft und versuchte sich unter Joseph Bernhardt’s Leitung auch im Porträt; doch entschied zuletzt die Vorliebe für Landschaft mit Thierstaffage. K. debutirte 1841 im Kunstverein mit einer »Schweinsjagd«, mit »weidenden Kühen und Pferden«, einem »Rudel Rehe und Hirsche« und einem Genrestück »Viehhändler bei einer Ueberfahrt«. Dann unternahm er zur weiteren Ausbildung eine Reise nach Belgien und verweilte längere Zeit in Antwerpen, wo er seine Technik wesentlich ausbildete. Nachdem er Paris und später Venedig zum Zwecke seiner künstlerischen Studien besucht hatte, kehrte er 1846 nach München zurück.

Von da an brachte er seine kleinen Bilder regelmäßig im Kunstvereine zur Ausstellung. In günstigen Vermögensverhältnissen, nicht auf den Ertrag seines Pinsels angewiesen, oblag er mit aller Muße der Kunst, welche ihm eine Quelle reinen Genusses blieb. Aus der Reihe seiner Schöpfungen sei erwähnt ein »Thierstück mit der Ruine Kropfberg« im Innthale (1849); eine »Partie bei Antwerpen« (1851); »Thiere in einem Walde« (1852); »Weidende Kühe« (1853) etc.

Da K. die Sommerfrische bei seinem Freunde, dem Landschaftsmaler Wilhelm Boshart († am 31. August 1878), am Chiemsee abzuhalten pflegte, so verarbeitete er auch viele Motive und Studien aus diesen reizenden Gestaden in seine Bilder; eine »Viehtränke auf Herrenchiemsee« (1855); »Frauenchiemsee bei Mondbeleuchtung« (1859); »Partie bei Feldwies am Chiemsee« (1862) und die liebliche »Frauen-Insel« (1864); außerdem ist unter den vom Münchener Kunstverein erworbenen Bildern noch zu nennen ein »Morgen auf dem Felde« (1856); »Viehweide auf den Poldern bei Antwerpen« (1858); eine »Erntelandschaft« (1861) etc.

K. erlag nach langen, mit großer Geduld ertragenen Leiden dem Zungenkrebs am 17. Februar 1872.

Vgl. Beil. 70 Allg. Ztg. (Augsb.) 10. März 1872 u. darnach in Unsere Zeit, 8. Bd., 1872 (II. 72) u. im Kunstvereins-Bericht f. 1872 S. 73 (wo jedoch, ebenso wie in Maillinger’s Bilderchronik, 1876, II. 216, Koch’s Todesjahr irrig auf 1871 angegeben ist). Hyac. Holland.

Hyacinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1882.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.