Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Mannlich Johann Christian, von, 1740 (Straßburg) – 1822, Hofmaler und Generaldirektor der königlichen Galerien; er war zuerst Hofmaler der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und kam 1799 nach München; M. hatte seine entscheidenden künstlerischen Eindrücke in Paris, namentlich bei Boucher, empfangen und diese ohne hervorstechende persönliche Eigenart, aber handwerklich gediegen weiter kultiviert; in München kam er als ausübender Künstler fast gar nicht in Betracht, da ihn hier die oberste Leitung der staatlichen Gemäldesammlungen, die durch die Säkularisation der Klostergüter (1803) und die Überführung der Düsseldorfer Galerie (1806) ins Unübersehbare anschwollen, völlig in Beschlag nahm; Mußestunden scheint er vor allem graphischen Arbeiten, in der eben erfundenen Technik des Steindrucks, gewidmet zu haben; M. hat als Günstling Max Josephs außer der Gemäldegalerieverwaltung vorübergehend die ganze Kunstpolitik in seinen Händen gehalten; durch reiche Erfahrungen gebildet, voll warmer Anhänglichkeit an seinen Fürsten, im tiefsten aber doch skeptisch gegen Gunst und Ungunst des Hoflebens, trat M. in den Kreis der Münchner Künstler als eine Persönlichkeit, die geistig die reichste Anregung und Belehrung zu spenden hatte; sein Hauptverdienst liegt in der Organisation der heutigen Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Ms. Lebenserinnerungen (aus dem Französischen übersetzt von E. Stolreiter) sind eine anschauliche Quelle für die Napoleonische Zeit; Bronzefigur - liegende Frauengestalt - befindet sich jetzt im Hof des Münchner Stadtmuseums.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.