Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Carriere Moritz, Dr. phil., 1817 (Griedel/Hessen) - 1895, Philosoph, Ästhetiker und Universitätsprofessor; er studierte in Gießen, Göttingen und Berlin Philosophie, lebte dann in Italien, habilitierte sich in Gießen und wurde dort 1849 Professor der Philosophie (seit 1853 in München); Cs. Philosophie stand sehr unter dem Einfluß Weißes, Hegels und des jüngeren Fichte, er suchte später aber den Pantheismus und Deismus zu überwinden, indem er in der Anschauung eines sowohl selbstbewußten als unendlichen, in Natur und Geschichte sich offenbarenden, Gottes die Hauptaufgabe des menschlichen Geistes erblickt; seine Hauptwerke weisen ihn als einen liberalen Vertreter jenes Spätidealismus aus, der um eine Versöhnung der Metaphysik des deutschen Idealismus mit der christlichen Religion rang; Cs. Denken freilich gewährt nur einem dogmen- und kirchenfreien philosophischen Christentum Raum, dem er im Kulturkampf mit Eifer das Wort redete; seine wissenschaftlichen Leistungen liegen vielmehr auf dem Gebiet der Ästhetik.

Hauptwerke: Die sittliche Weltordnung, Jesus Christus und die Wissenschaft der Gegenwart (14 Bde.), Vom Geist-, Schwert- und Handschlag für Franz Baader, Die Kunst im Zusammenhang der Kulturentwicklung und die Ideale der Menschheit (5 Bde.); C. gab auch Goethes Faust und Schillers Wilhelm Tell heraus und veröffentlichte selbstverfaßte Gedichte (Agnes - Liebeslieder und Gedankendichtungen); in seinen »Lebensbilder« schilderte er ihm bekannte Denker, Dichter und Künstler; er war mit einer Tochter Liebigs verheiratet.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.