Kein Grab ist stumm

 

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Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Lenz Leopold, geboren 1804 in Passau, absolvierte die Gymnasialstudien, und bezog 1825 die Münchener Universität, um Jus zu studieren, weil er die Staatsbeamten-Karriere ergreifen wollte. Während seiner Studien wurde er wiederholt aus seine schöne Baßbaritonstimme aufmerksam gemacht und allgemein aufgemuntert, sich der Bühne zu widmen. Es brauchte lange Zeit, bis er dem Drängen nachgab, und seine Stimme bei Gesangsmeister Staudacher einer Prüfung unterzog, und da auch dieser ihm zuredete, sich der dramatischen Kunst zuzuwenden, nahm er Gesangsunterricht, bereicherte sein theoretisch-musikalisches Wissen, verließ den akademischen Hörsaal und betrat am 1. Januar 1826 das Münchener Hoftheater. Die Prophezeiungen der Kunstverständigen gingen insofern in Erfüllung, als er eine außerordentlich beliebte ugeschätzte Gesangskraft des Kunstinstitutes wurde, das er nicht mehr verließ, und welchem er 30 Jahre ununterbrochen in verdienstvollster Weise seine hervorragende künstlerische Kraft widmete, und zählte er während dieser langen Zeit zu den beliebtesten Bühnensängern Münchens. Am 1. Mai 1855 trat er in Pension. Er starb am 19. Juni 1862 und hinterließ den Ruf eines außerordentlich pflichtgetreuen Künstlers. Seine Leistungen als »Tristan«, »Rocco« und »Jakob« blieben lange im Angedenken seiner zahlreichen Verehrer. Während seiner Ruhezeit beschäftigte er sich mit der Heranbildung junger Talente, sowie mit Komposition. Namentlich als Liederkomponist hatte er sich in engere Kreisen einen guten Namen erworben.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.