Kein Grab ist stumm

 

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Münchener Künstlerbilder (1871)

Johann Adam Klein,
Genremaler und Radirer.

Johann Adam Klein ist am 24. November 1792 in der damals freien Reichstadt Nürnberg geboren. Sein Vater, ein einfacher, schlichter Mann, besaß eine Weinhandlung, in deren Betrieb er sich den Ruf eines überaus rechtlichen und verlässigen Charakters erwarb. Die Mutter, milden und weichen Wesens, unterzog sich mit ganz besonderem Eifer der Erziehung ihrer Kinder, deren sie neben unsrem Johann Adam noch fünf weitre besaßen. In der alten Kunststadt Nürnberg war der Sinn, der einst die Herzen der Vorfahren vor den Werken eines Dürer, Kraft und Vischer hoch aufschlagen ließ, trotz aller Misere des Zopfes im bürgerlichen und politischen Leben, nicht erstorben und während noch sechzig Jahre später im neuen »Florenz an der Isar« gar Mancher lebte, der dem »Maler« scheu auswich, weil er, der Spießbürger, ihn nicht für ebenbürtig erkannte, dachten die einfachen Leute, welche klar genug sahen, um des Sohnes aufkeimendes Talent zu bemerken, auch hoch genug, um dies Talent zu mehren und nach Kräften zu fördern; ja sie suchten ihren Stolz darin, der Vaterstadt in ihrem Sohne einen künftigen Künstler zu erziehen. So erhielt denn der Knabe schon frühzeitig neben dem herkömmlichen Schulunterrichte Anweisung im Zeichnen. Sein erster Lehrer hierin war der Gouache- und Aquarell-Maler Johann Caspar von Bemmel, einer der letzten Sprößlinge der bekannten Künstlerfamilie dieses Namens, welche auf den Landschaftsmaler Willem van Bemmel zurückführt und nicht weniger als zwölf Maler aufweist. Im Jahre 1802 trat er in die Nürnbergische Zeichnenschule ein, der damals Zwinger als Director Vorstand, und worin er drei Jahre verblieb. Er übte sich dort hauptsächlich im Figurenzeichnen, wobei er sich streng an das Preißler'sche Zeichnenbuch und die von verschiedenen Mitgliedern der Familie Preißler herrührenden Handzeichnungen zu richten hatte. Aber während er diese Schule so ziemlich bis zu Ende durchmachte, fühlte er sich ganz besonders von Ridinger's Pferden und anderen Thieren angezogen, und er studirte dieselben mit solcher Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit, daß seine mit der Feder hergestellten Copien derselben nicht blos den Originalen täuschend ähnlich waren, sondern durch den unverkennbar darin ausgesprochenen Geist schon damals darauf hindeuteten, es werde sich Klein's Talent ganz besonders für dieses Fach entwickeln. Nach seinem im Jahre 1805 erfolgten Austritte aus der Zeichnenschule übernahm der seinerzeit hochgeachtete Maler und Kupferstecher Ambrosius Gabler in Nürnberg die Fortbildung Klein's im Zeichnen und führte ihn zugleich in die Kunst des Radirens und Kupferstechens ein. Ihm verdankte der Jüngling, daß er auf die rechte Bahn gelenkt ward, auf jene Bahn, welche ihn zu einem so schönen Ziele führen sollte. Zunächst ward das strengere Figuren-Zeichnen fortgesetzt und erst dann, als des jungen Mannes Hand und Auge sicher genug erschienen, wies ihn der Lehrer, dessen umfassende Kenntnisse ganz geeignet waren, um ein Talent wie Klein's richtig zu bilden, zur Nachbildung der Natur an. Bald war der Schüler denn auch im Besitze von sorgfältigen Studien nicht blos landschaftlicher Details, sondern auch kleinerer Partien aus der Umgebung seiner Vaterstadt, und der wachsenden Uebung genügte bald das an Naturschönheiten nicht sehr reiche Terrain um Nürnberg nicht mehr. Bald übte er sich mit schnellem sichtlichem Erfolge in weiter entfernten Gegenden; Fußwanderung reihte sich an Fußwanderung, und von jeder kehrte Klein zurück, reich versehen mit Studien aller Art, welche, mit Geist aufgefaßt, mit Treue und Leichtigkeit zugleich ausgeführt, als anziehende Proben mächtig sich entwickelnder Anlagen betrachtet werden durften. In der Sammlung des Kunsthändlers Frauenholz in Nürnberg lernte er Wilhelm Kobell's große Aquarellzeichnungen kennen und erhielt von ihm die Bewilligung hiervon Copien machen zu dürfen. Aber dabei verlor er die Natur nicht aus den Augen. Allerorten sammelte er Thierstudien, wozu sich ihm in seiner Vaterstadt die beste und bequemste Gelegenheit bot. In ihren Straßen und auf ihren Plätzen gab die Gewohnheit der Landleute aus der Umgebung, ihre Zugthiere zum Zwecke der Stallgebühr-Ersparniß unter freiem Himmel abzufüttern, dem jungen Künstler manchen brauchbaren Stoff. War es hier erst nur stehendes oder liegendes Vieh, an dem er seine Kraft prüfte, so wagte er sich bald auf seinen Ausflügen in die Umgebung der Stadt an größere und bewegtere Gruppen, und fügte die Ω und Geräthe hinzu, welche sich ihm dabei darboten. Diese zahlreichen, bald mehr bald minder reichen Studien, schienen ganz dazu gemacht durch die Radirnadel für die Vervielfältigung behandelt zu werden. Gabler verstand sie mit Sicherheit und Geschmack zu führen, und Klein folgte seinen Anleitungen mit gespannter Aufmerksamkeit, unterstützt von dem innewohnenden Talente. Der Tag, an dem er sich zum ersten Male im Gebrauche der Radirnadel versuchen durfte, wurde für Klein ein wahrer Festtag. Zunächst waren es landschaftliche Gegenstände, welche er hiezu wählte, denn in ihnen hatte er sich die meiste Erfahrung und Sicherheit erworben, zwei Momente, deren der Radirer vor allen andem besonders dringend bedarf. Bald folgten aber kleine Pferdestücke und dazwischen Köpfe u. dergl.

Unterrichtete ihn auch sein trefflicher Lehrer mit gleicher Liebe im Gebrauche des Stichels, und eignete sich der junge Mann auch früh genug die Vortheile an, welche derjenige inne haben muß, der auf diesem bedeutenden Kunstzweige Tüchtiges leisten will, so sagte Klein doch die Radirnadel weit mehr zu, und er studierte mit Hingebung die Werke eines van der Velde, Heinrich Roos, Karel Dujardin und andrer ausgezeichneter Künstler dieses Faches, deren leichte und ansprechende malerische Manier ihm ganz besonders zusagte.

Es dauerte nicht lange, so wurden Klein's Arbeiten in weiteren Kreisen bekannt und erwarben sich in demselben Grade mehr und mehr Freunde, als sie nicht blos der Zahl nach anwuchsen, sondern auch an innerer Bedeutung zunahmen. Dazu gesellte sich ein neues äußeres Moment, welches auf den inneren Entwicklungsgang des Künstlers lebhaft einwirkte. Europa wagte unter der brutalen Gewalt des Soldatenkaisers kaum zu athmen, des Korsen Machtwort war Gesetz geworden für die Fürsten und Völker, das heilige römische Reich deutscher Nation war durch die Schwäche und den Eigennutz seiner eigenen Söhne in sich zusammengebrochen und auch Klein's uralte Vaterstadt hatte ihre Selbständigkeit verloren. Heer um Heer durchzog Deutschlands Gauen und sog an seinem innersten Marke; der Soldat allein galt noch etwas. Natürlich blieb auch Nürnberg bei seiner geographischen Lage nicht von diesen Bewegungen unberührt, und wenn auch seine Umgebungen nicht wie im dreißigjährigen Kriege der Schauplatz blutiger Gefechte wurden, so litt es doch an immer wiederkehrenden Truppendurchmärschen schwer genug. Aber gerade diese malerischen Scenen und Gruppen, welche die Trains der verschiedenartigen Heere darboten, die Soldaten der mancherlei Nationalitäten und Waffengattungen, das bunte Leben und Treiben im Lager und auf der Beiwacht regten unseren Künstler zur emsigsten Thätigkeit an. Sein beobachtendes Künstlerauge fand mit raschem Blicke alle die lebendigen Details aus dem bunten Gewirr leicht heraus und sein Stift hielt die Eindrücke mit Sicherheit fest. Klein's Studienbücher aus jener Zeit bergen Schätze, deren kleinsten Theil nur er in seinen spätern Bildern und radirten Blättern erschloß. Bis zum Jahre 1811 hatte er seine Vaterstadt nur zu Ausflügen in die Umgebung verlassen. Der in dieser Zeit erfolgte Tod seiner Mutter, an der er mit besonderer Zärtlichkeit hing, gab mit anderen Verhältnissen den Anstoß, daß er sich in die Welt warf. Der Kunsthändler Frauenholz, der unsern Freund hoch schätzte, und mit dem derselbe fortwährend im engsten Verkehr stand, wies oft auf Wien, woselbst damals ein nicht unbedeutendes Kunstleben sich regte. Dort waren ihm die Ersten unter den Künstlern, wie Füger, Bartsch, Rahl, Molitor und Andere, theils persönlich befreundet theils durch Geschäfte näher getreten. Mit den wärmsten Empfehlungen an sie versehen, machte sich Klein auf den Weg. Damals war eine Reise von Nürnberg nach Wien, die man heut in achtzehn Stunden zurücklegt, noch etwas, wovon man mit einer gewissen Genugthuung sprach. Unser Freund brachte damit eine ganze Woche zu und bedurfte seines ganzen Jugendmuthes, um nicht zaghaft zu werden, als er sich in dem kaum geahnten Gewühle der großen Kaiserstadt allein fühlte, auf sich und sein Talent angewiesen. Um äußeren Halt zu gewinnen, trat er zunächst auf der kaiserlichen Akademie als Zögling ein und widmete sich den dort vorgeschriebenen Studien mit allem Eifer. Daneben aber zeichnete und sammelte er nach Herzenslust, wo er ging und stand, auf Straßen und Plätzen der volkreichen Stadt Studien und Scenen nach dem Leben, das ihn brausend umgab. Allerorten traten ihm neue Typen entgegen, boten ihm die malerischen Gestalten der Ungarn und Slowaken, der Italiener und Illyrier, der Mähren und Kroaten eine kaum zu bewältigende Fülle des brauchbarsten Stoffes. Dazu kamen militärische Scenen, Thierstudien und landschaftliche Gegenstände, die er mit unermüdlichem Fleiße, mit sicherem Verständniß und scharfer Charakteristik wiedergab. Bald trat er mit Bartsch, Molitor, Rechenberger, Mannsfeld und andern Wiener Künstlern in lebhaften und freundschaftlichen Verkehr, erwarb sich unter dem Adel der Kaiserstadt bedeutende Gönner und fühlte sich in kürzester Zeit heimisch am großen Donaustrome.

Von Wien aus unternahm er theils allein, theils in Gesellschaft von befreundeten Künstlern manche Ausflüge, die sich endlich bis Steyermark und Ungarn ausdehnten, und von denen der fleißige Künstler mit trefflichen Studien beladen heimkehrte. Auf diesen Wanderungen bediente er sich auch mit großer Gewandtheit der Wasserfarbe, um das festzuhalten, was er dann später nach Muße ausführte. Aus dieser Zeit stammt eine bedeutende Anzahl jener radirten Blätter, welche den Namen des Künstlers den Besten seines Faches beigesellten. So kamen die Jahre 1813 und 1814 heran, mit ihnen der Congreß und sein bewegtes Leben und Truppenmärsche ohne Ende, was Alles Klein neues schätzbares Material gab.

Wie er von Nürnberg aus durch die Frauenholz'sche Kunsthandlung fortwährend beschäftigt ward, so trat er nun auch mit der Kunsthandlung von Artaria u. Comp. in Wien in Geschäftsverbindung, welche dem geschätzten Künstler viele Aufträge zugehen ließ. Im Jahre 1815 riefen ihn Familienverhältnisse in seine Vaterstadt zurück. Doch dauerte der Aufenthalt daselbst nicht lange; ein Auftrag des Grafen Erwin vonSchönborn führte ihn über Frankfurt an den Rhein, doch kehrte er schon im darauf folgenden Jahre nach dem ihm so lieb gewordenen Wien zurück. Die Reise am Rhein aber blieb für den Künstler, dem es im bunten Leben der Beiwacht ganz behaglich war, nicht ohne Abenteuer. Ein paarmal ward er über seinem Notizensammeln, da die Soldaten wenig Unterschied fanden, ob er schreibe oder zeichne, für einen Spion gehalten. Der Irrthum ward jedoch immer rechtzeitig genug entdeckt, um ihm größere Unannehmlichkeiten zu ersparen. Während seines zweiten Aufenthaltes in Wien machte er sich auch mit Pinsel und Palette vertraut und verschaffte sich in kürzester Zeit eine große Gewandtheit in der Behandlung der Oelfarbe. Im darauf folgenden Jahre (l817) ging sein Vater in dem Alter von 74 Jahren mit Tod ab, vom Sohne tief betrauert.

Mit dem nemlichen Jahre trat ein neuer Wendepunkt in seinem Leben ein, indem er vom Wiener und ungarischen Adel, sowie vom damaligen Gesandten Frankreichs am Wiener Hofe, Marquis von Caramann, und vom allmächtigen Staatskanzler Fürsten von Metternich mannigfach beschäftigt ward. Der letztere, dessen besonderer Gunst der Künstler sich erfreuen durfte, schickte ihn, um ihm Gelegenheit zum Malen von Pferdestudien zu geben, auf das kaiserliche Hofgestüt Coptzun in Ungarn. In dieser Zeit war es auch, als König Max Josef von Bayern auf ihn aufmerksam wurde und ihn in seinen gnädigen Schutz nahm.

Das Jahr 1818 führte Klein nach dem Alpenlande um Salzburg und Berchtesgaden, woselbst er sich höchst werthvolle Studien sammelte. Diesmal reiste er nicht mehr allein; in seinen Freunden Erhard, Welker und Reinhold fand er ihm verwandte Naturen und genoß die Schönheiten der Natur doppelt in ihrem Kreise. Nach einigen Monaten Aufenthalt in Salzburg ging Klein nach München und verblieb dort im Kreise der rasch gewonnenen Freunde Wagenbauer, P. Heß, Quaglio u. A. sieben Monate im vollen Genuß der Kunstschätze und reichen Sammlungen der Königsstadt. Aber nicht dem Studium allein lebte er, manches schöne Blatt ward damals in München radirt und manches treffliche Bild bewies, wie sicher er mit Pinsel und Palette umzugehen gelernt hatte.

Sein Vorhaben, Italien zu sehen, sollte endlich auch zur Ausführung kommen. Ehe er die Reise dahin antrat, ging er noch einmal nach Nürnberg zurück und machte sich endlich im August des Jahres 1819 auf den Weg nach dem Lande langjähriger Sehnsucht. Er wählte die Route durch die ihm noch unbekannte Schweiz, sah Zürich, Schaffhausen, Bern, Lausanne und Genf und stieg darauf in die lombardische Ebene hinab, indem er Mailand, Bologna und Florenz berührte. Von Rom aus, woselbst er am längsten verweilte, ging er weiter nach Süden und lebte in Neapel, das ihn drei Monate festhielt, mit Vogel von Vogelstein, den Bildhauern Schadow, Haller und Stiglmayer glückliche Tage.

Sein Aufenthalt in Rom dauerte ein und ein halbes Jahr. Der Lichtseite, welche ein inniges Zusammenleben mit den Freunden Erhard, Reinhold und Koch bot, fehlte die Schattenseite nicht lange. Eine Gemüthskrankheit, welche Erhard in Folge klimatischer Einflüsse und übermäßiger Anstrengung im Studiren befallen hatte und allen Bemühungen der Aerzte wie der Freunde spottete, so daß er endlich seinem Leben gewaltsam ein Ziel setzte, warf manchen schrillen Mißklang in die Harmonie des Lebens der Kunstgenossen. In Rom hatte Klein das Glück, dem damaligen Kronprinzen Ludwig von Bayern vorgestellt zu werden, der ihn mit besonderer Huld aufnahm. Nach einem Aufenthalte von zwei und einem halben Jahre in Italien, wo er nur wenig radirt, aber desto mehr gezeichnet und gemalt hatte, kehrte er zu Ende des Jahres 1821 über Venedig und Tyrol nach Nürnberg zurück, um dort seinen bleibenden Wohnsitz aufzuschlagen. Des langen Wanderns müde, gründete er sich seinen eigenen Herd und führte zwei Jahre später in Caroline Wüst, der Tochter eines gräflich Castelli'schen Bediensteten von Castell in Franken, seine erste Ehefrau heim, mit welcher er vierzehn Jahre lang in der glücklichsten Ehe lebte. Als sie ihm im Jahre 1837 durch den Tod entrissen ward, verließ er das Sterbehaus und die Vaterstadt und zog nach München, nachdem seinen fünf Kindern die Kupferstechers-Wittwe Katharina Wolf von Nürnberg zur zweiten Mutter geworden.

Klein's Gemälde sind in den bedeutendsten öffentlichen und Privat-Kunstsammlungen Deutschlands zerstreut, viele derselben verschafften dem Künstler auch außerhalb der Grenzen unseres Vaterlandes einen geachteten Namen. Es sind Thierstücke und Genrebilder. Ueberall begegnen wir derselben genauen Kenntniß der Natur der Hausthiere, insbesondere des Pferdes in seinen verschiedenen Racen. Nicht minder entsprechen seine menschlichen Figuren durch scharfe Charakteristik. Die Motive seiner Compositionen sind meist sehr glücklich gewählt, anspruchslos gegeben und voll innerer Wahrheit. Seine Ausführung ist äußerst sorgfältig und bis in die Einzelnheiten mit gleicher Liebe verfolgt. Daß er in seinen alten Tagen sich nicht der neuen Richtung zuwendete, wird ihm kein Billigdenkender verübeln. Der Schwerpunkt seiner Gemälde liegt stets in der richtigen und gewissenhaften Zeichnung. Als seine Hervorragendsten Arbeiten nennt man den »Schiffszug auf der Donau«, die »Scene auf dem Jahrmarkt zu Berchtesgaden«, den »Halt vor der Osterie zu Tivoli« und das »Ochsengespann in der römischen Campagna«.

Am meisten zu des Künstlers wohlverdientem Ruhme trugen indeß seine zahlreichen Radirungen bei. Die Klarheit und Schärfe, mit welchen er in ihnen die Eigenthümlichkeiten der verschiedensten Nationalitäten wiederzugeben, die Genauigkeit und bezeichnende Charakteristik, mit welcher er Pferde, Hunde, Schafe, Rinder, Esel und andere Hausthiere nach der Verschiedenheit ihrer Racen und in den ungesuchtesten und natürlichsten Stellungen vorzuführen, die passende Art und Weise, mit welcher er Hauptdarstellung und landschaftliches Beiwerk zu verbinden, und die Gewandtheit, mit welcher er seinen kleinsten Landschaftsbildern das Gepräge ihres Landes aufzudrücken wußte, dies Alles berechtigt, Klein's Radirungen den besten Arbeiten der Niederländer gleichzustellen. Leider sind mehrere, zum Theil sehr werthvolle Platten verloren gegangen, so daß fast keine Sammlung sich der Vollständigkeit der Klein'schen Blätter rühmen darf, und wohl nur seine eigene als vollständig bezeichnet werden darf. Selbe ist vor nicht langer Zeit erst in eine dritte Hand übergegangen. Im Jahre 1853 erschien bei Ebner und Seubert ein Sammlern sehr erwünschtes Verzeichniß der von ihm radirten Blätter. Noch im Frühling 1862 griff der Künstler wieder einmal zur Nadel und bereicherte seine Sammlung um zwei Blätter, welche nichts weniger als das Alter desselben verrathen.

Klein ward am 1. März 1833 durch die k. preußische Akademie der Künste in Berlin zu ihrem ordentlichen Mitgliede ernannt. Das blieb die einzige äußere Auszeichnung eines Künstlers, dessen zahlreiche und gediegene Werke für so viele andre zu einer wahren Fundgrube von Motiven und Details geworden sind.

Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Leipzig, 1871.

 

 

 

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