Kein Grab ist stumm

 

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Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee (1871)

Hauptmann Johann Stritzl,

geboren zu München den 5. Juni 1818, als der Sohn des Hauptmanns Stritzl. Am 18. April 1836 trat er freiwillig als Cadet in das 9. Infanterieregiment, wurde den 31. März 1848 zum Unterlieutenant im 1. Infanterieregiment, im Jahre 1854 den 25. Juni zum Oberlieutenant im Infanterie-Leibregiment, den 24. August 1862 zum Hauptmann II. Classe und im Jahre 1866 den 20. Mai zum Hauptmann I. Classe im letztgenannten Regimente befördert.

Im Jahre 1866 machte er die Gefechte bei Rüdlingen, Uettingen, Waldbüttelbrunn und Helmstadt mit und wurde für besondere, bei Uettingen bewiesene Tapferkeit mit dem Ritterkreuz I. Classe des Militair-Verdienst-Ordens geschmückt.

Frohen Muthes und in der Hoffnung auf glückliche Wiederkehr in den Kreis seiner ihn zärtlich liebenden Familie zog er im Jahre 1870 in's Feld. Bei Wörth und in den Vorgefechten von Sedan am 30. und 31. August 1870 führte er mit Tapferkeit seine Compagnie. Ein leuchtendes Beispiel von Opferfähigkeit und Bravour, stürmte er am 1. September an der Spitze seiner ihn, wie einen Vater verehrenden Compagnie eine Gasse in Bazeilles. Leider mußte er seinen Heldenmuth mit dem Tode bezahlen. Die Nachricht von seinem Tode erschütterte seine zahlreichen Freunde und setzte seine Angehörigen in die tiefste Trauer. Mögen sie in dem Gedanken Trost finden, daß er sein Leben dem Vaterlande zum Opfer brachte. Die Münchener Liedertafel, deren I. Vorstand er gewesen, ehrte den vielgeliebten Freund noch bei der Beerdigung in München durch erhebende Gesänge.

Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee. Nürnberg, 1871.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.