Kein Grab ist stumm

 

Sektionen | Register | Suchen

 

<<< | >>>

 

 

 

Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Fortner Andreas, 1809 (Prag) - 1862, Bildhauer, Ziseleur und Goldschmied; als Sohn eines Silberarbeiters, in diesem Gewerbe, dann in Prag zu einem strengen Zeichner erzogen, kam 1840 nach München, um sich als Maler weiterzubilden; seine Erfolge als Ziseleur und Goldschmied, bewogen ihn aber, sich dieser Kunst zu widmen; F. tat sich als Meister der Goldschmiedekunst hervor, indem er mit seinen Arbeiten in oxydiertem Silber die edelsten Renaissanceformen und fast die Kunst der Antike erreichte; er erprobte als Ritter von Schwanthalers Tafelrunde auf der Humpenburg Schwaneck seine Meisterschaft zuerst an einem figurenreichen Tafelaufsatz zur Vermählung Max’ II. und fertigte phantasiereichsten Waffenschmuck und Geschmeide, womit schon im Mittelalter die bayerischen Meister die Höfe und Burgen, besonders Paris, bereicherten; ein paar prächtige Tierstücke in Bronze erschienen 1847 auf der Kunstausstellung in Prag, die geschmackvollsten Vasen, Schalen und Gefäße, Schwerter und Hirschfänger auf der Allgemeinen Industrieausstellung zu München 1854; das prächtigste aber war der Ehrendegen für den Feldmarschall Prinz Karl zu dessen Kriegerjubiläum; bei Erledigung eines Auftrags von Metallschmuck an Lüstern, Arm- und Wandleuchtern u. dgl. in St. Petersburg (= Leningrad) überraschte diesen vielseitigen Künstler der Tod.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

<<< | >>>

 

Sektionen | Register | Suchen

 

ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.