Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

In demselben Grab liegen die Brasilianer-Kinder

Juri Johannes († 14. VI. 1821) und Miranha Isabella (22. V. 1822); K. F. Ph. von Martius und J. B. Spix brachten aus ihrer brasilianischen Expedition als lebendige Zeugen des fremden Landes dieses Pärchen nach München; Königin Karoline umgab die indianischen Kinder mit aller Sorge, Juri, dem man den Vornamen Johannes gegeben hatte, kam in die Obhut Herzog Max’, Miranha, die nun der Vorname Isabella zierte, wurde der Hofpfistermeisterswitwe Kreszens Jakobi in der Prannerstraße 16 anvertraut; schon am 23. I. 1821 mußte »Eos« berichten: Die zwei Indianerkinder haben bald nach ihrer Ankunft in München durch den Einfluß des Klimas und der höchst ungünstigen Witterung sehr gelitten; Isabella wurde zuerst von Fieber und Husten befallen, während ihrer Krankheit betrug sie sich kalt und gleichgültig gegen ihre Umgebung; auch Juri, der ohne Anteilnahme das Siechtum seiner Landsmännin hinnahm, erkrankte fieberhaft; als man ihm einen Aderlaß machte, bekam er vor seinem eigenen Blut Angstzustände, er starb mit 14 Jahren fast ein Jahr vor Miranha, die auch nicht älter als 14jährig werden sollte; auch dieses Grab zeugt von dem traurigen Schicksal des Todes zweier Kinder in fremdem Lande.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.