Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Krause Karl Christian Friedrich, Dr. phil., 1781 (Eisenberg/ Sachsen-Altenburg) 1832, Philosoph und Schriftsteller; er studierte in Jena, wo er sich 1802 als Privatdozent habilitierte, lebte in Rudolstadt, dann in Dresden; sein Versuch, in Berlin, wo er Vorlesungen hielt und die Berlinische Gesellschaft für deutsche Sprache stiftete, eine Anstellung zu finden, war erfolglos; ebenso blieb K. auch in Göttingen und München ohne Amt; er lebte nur ein Jahr in München; die Ansicht, daß die Menschheit auf Erden ein Teil eines höheren Geisterreiches sei, bildete den Grund seines Lehrsystems, das als die Aufgabe an die Menschheit stellte, sich zu einem organisch und harmonisch gestalteten Bund herauszubilden; wegen seiner Schriften wurde er von der Freimaurerbrüderschaft, deren Lehre er zwar förderte, ausgeschlossen.

Hauptwerke: Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft, Urbild der Menschheit, Abriß des Systems der Philosophie, Vorlesungen über die Grundwahrheiten der Wissenschaft; in München, wo er nur ein Jahr lebte, wollte man ihm die Aufnahme verweigern, weil aus seinem unsteten Leben in Dresden, Göttingen und Berlin vermutet wurde, daß besondere Umstände den Wohnungswechsel veranlaßt hätten, »wie man dießfalls in Erfahrung brachte, daß die Compromittierung der Freymaurer seine Entfernung aus Berlin herbeygeführt haben soll«; er selbst verteidigt sich als unbescholtener, ruhiger Familienvater mit Frau und sieben Kindern nach München als einen Freihafen der Sicherheit und Ruhe für rein wissenschaftliche Bestrebungen aus Alters- und Gesundheitsgründen gekommen zu sein, er kündigte die Herausgabe eines Systems der Philosophie und eines Vollständigen Wörterbuchs der deutschen Sprache an; auch seinem Sohn Dr. Karl Erasmus K., Privatdozenten der Philosophie in Göttingen, wurde wiederholt (1831, 1832, 1836, 1839 und 1844) wegen politischer und religiöser Verdächtigungen der Aufenthalt in München untersagt, nur um die Werke seines Vaters herauszugeben, wurde ihm dieser endlich 1844 gebilligt.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.