Kein Grab ist stumm

 

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Deutscher Theater-Correspondent (1870)

Die Wiederholung der Oper »Der Prophet« bot einen höchst genußreichen Abend. Herr F. Nachbaur hatte die volle Sicherheit und Ruhe, welche bei der vorhergehenden Aufführung zu fehlen schienen, wiedergewonnen, und excellirte im Spiel und Gesange.

Die »Fides« des Fräulein Schefzky verdient das ehrendste Lob. Stimmen von dem Umfange, wie ihn diese Parthie erheischt, gehören zu den auserlesensten Seltenheiten. Fräulein Schefzky’s Stimme hatte, bevor sie nach Wien zur Ausbildung sich begab, entschiedenen Altcharakter; es hat fast unzweifelhaft den Anschein, daß der Lehrer der jungen Sängerin das bei der Tiefe der Stimme verdarb, was er an Höhe gewann. Wenn nur auch der Umfang der Stimme den Anforderungen der Aufgabe nicht entsprechen konnte, so hat Frln. Schefzky durch ihren trefflichen Vortrag, ihr überraschend schönes, von bedeutender dramatischer Begabung zeugendes Spiel reichlichen Ersatz geboten. Die junge Künstlerin wurde mit wiederholtem Beifall ausgezeichnet.

Deutscher Theater-Correspondent Nr. 22. München, 1870.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.