Kein Grab ist stumm

 

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Der Neue Pitaval (1868) V.

V. Julie & Gustav - Das Ende

Die Angeschuldigte kam am 22. Nov. wieder in Wien an und war wie umgewandelt. Die sonst so leichtlebige, sanguinische Baronesse schien melancholisch geworden zu sein, ihre Wangen waren blaß, ihr Blick unstet, ihre Augen thränenschwer. Man hörte sie tief seufzen, sie unterließ ihre gewöhnlichen Spaziergange und mied die Gesellschaft. Ihr erster Gang war zu ihrem Geliebten, auch Rampacher kam dorthin. Der Graf stürzte in Hemdärmeln höchst aufgeregt auf ihn zu, umarmte und küßte ihn und schob ihn zur Thür hinaus. Seine Anwesenheit war offenbar unbequem, er hatte gestört, vermuthlich weil Julie gerade über die Ereignisse in München berichtete oder weil das Paar die weitern Maßregeln berieth.

Rampacher ging nach Hause, wurde aber nach einer halben Stunde wieder geholt und der Graf sagte zu ihm: »Rampacher, Sie können uns einen großen Gefallen thun, wenn Sie sogleich nach München reisen. Wir wollen heirathen, es handelt sich nur darum, zu wissen, ob die Baronin Ledske in München noch lebt.« Das Fräulein fügte hinzu, er brauche nicht in die Wohnung hinzugehen, sondern sich nur bei den Dienstboten oder in einem Kaffeehause zu erkundigen.

Rampacher reiste nach München, erfuhr dort, daß die Baronin Ledske die Gemahlin des Grafen und todt sei. Hierauf kehrte er eilig zurück, traf aber weder den Grafen noch dessen Vater, die beide inzwischen Wien verlassen hatten, und machte, da ihm die Sache höchst verdächtig vorkam, bei der Polizei Anzeige. Offenbar war er vom Grafen nach München geschickt worden, weil dieser über den Tod seiner Frau volle Gewißheit haben wollte und es bei der rapiden Flucht der Mörderin möglich blieb, daß die Gräfin nur betäubt worden und später wieder zu sich gekommen war.

Die Angeschuldigte hat weiter auch Spuren des Verbrechens vertilgt und Gegenstände besessen, welche von dem Morde herrühren.

Am 23. Nov. gab sie ihrem Dienstmädchen einen Theekessel, in welchem etliche Theeblätter klebten, mit dem Aufträge, denselben auszuwaschen, und am 24. Nov. früh händigte sie ihr den ausgewaschenen Theekessel und ein versiegeltes Packet ein mit dem Bemerken, sie solle den Kessel und das Packet ihrer Schwester zustellen, die Schwester aber solle beides sorgfältig verbergen, keinem Menschen etwas davon sagen und die Sachen nur, wenn sie selbst es verlange, zurückgeben.

Der Theekessel ist das Eigenthum der Gräfin Chorinsky und von dieser noch am Abend ihres Todes gebraucht worden. Zeugen, namentlich der Student Mikulitsch, haben ihn bestimmt wiedererkannt.

In dem Packete befanden sich mehrere an die Gräfin Chorinsky geschriebene Briefe, meist von ihrem Schwiegervater herrührend, ferner aber auch ein kleines Glasfläschchen mit 30-35 Gran Cyankali, in der Form weißer Stängelchen, in der Structur ganz ähnlich dem Cyankali, welches der Photograph Angerer der Ebergenyi verabfolgt hatte.

Weiter wurden im Portemannaie der Angeschuldigten der Siegelring der Gräfin und in ihrer Wohnung mehrere Schlüssel, welche keine nachweisbare Bestimmung hatten, mit Beschlag belegt; einer dieser Schlüssel paßte zu der Kommode der Gräfin Chorinsky in München.

Diesen überwältigenden Beweisen gegenüber wußte sich Julie von Ebergenyi nur mit der albernen Fabel zu helfen: Victoria Horvath habe ihr den Theekessel, das Packet, zwei Fläschchen und einen Zimmerschlüssel - der Schlüssel zum Zimmer der Gräfin war, wie wir früher mittheilten, verschwunden - übergeben und sie gebeten, den Schlüssel in die Donau zu werfen und die übrigen Sachen an einem sichern Orte außerhalb ihrer Wohnung aufzubewahren. Diese Bitte habe sie erfüllt.

Es ließe sich nun noch anführen, daß die Gefangene, um der Recognition durch Zeugen vorzubeugen, ihre Frisur änderte und sich mit Kohle Ringe um die Augm zog, daß sie an Gefangenen, Aufseher und Wachtposten ihre Verführungskünste versuchte und auch wirklich Mittel und Wege fand, nach außen und mit ihrem Mitschuldigen, dem Grafen Chorinsky, dessen Angaben plötzlich in ziemlichen Einklang mit ihren Fabeln kamen, in Verbindung zu treten. Allein es wird genügen, wenn wir zum Schlusse noch auf eine Reihe von Briefen hinweisen, welche der Graf Chorinsky am 18. Nov., dem Tage vor ihrer Reise, und am 19., 20. und 21. Nov., während sie in München war, schrieb.

Niemand wird diese Briefe ohne Entsetzen über die sich in ihnen kundgebende sittliche und religiöse Verkehrtheit lesen, sie liefern den schlagendsten Beweis von dem verbrecherischen Zweck der Reise, von der Ausführung der That durch die Ebergenyi, es spiegelt sich darin der roheste Cynismus, die gemeinste Brutalität, teuflischer Haß auf der einen, gierige sinnliche Liebe auf der andern Seite, ihre Grundzüge sind eine krankhafte, schmuzige Phantasie, eine Bestialität vergleichen.

Wir theilen diese Briefe der Zeitfolge nach mit:

»Gustav an Julie.
18. Nov. 1867.
Meine über alles angebetete, vergötterte, einzig und namenlos treue, in alle Ewigkeit geliebte Jützi! Du mein Abgott, meine Gottheit! Mein schönstes, allerliebstes, mir auf ewig mit Leib und Seele angehörendes Weiberl. Ich bitte Dich so innig, aus meinem ganzen Herzen, das nur für Dich allein schlägt, hab mich nur lieb, denn ich schwöre Dir, so wahr uns jetzt alles mit Gottes Hülfe gelingen soll, daß ich nur Dich allein für ewig so abgöttisch, so leidenschaftlich, so glühend, so mit aller Treue liebe, ewig lieben werde, daß ich nur den Tag segnen werde, wo wir uns verloben und dann heirathen werden. Diese namenlose Wonne, Dich vor der ganzen Welt zeigen, alle Neider zu Boden werfen zu können, allen Menschen es beweisen zu dürfen, wie abgöttisch ich Dich liebe, wie Du nur allein mein Abgott, mein abgöttisch angebetetes Weib bist, das wird der höchste Triumph, die namenloseste Freude meines Lebens sein!
Ich versichere Dich, daß ich auf Dich das höchste namenloseste Vertrauen habe, daß Du mir es aber auch schenken mußt, denn Du weißt gar nicht, wie rasend ich Dich liebe. Ich muß noch heute einiges mit dir besprechen, ich bitte Dich, sei nur nie böse auf mich, es thut mir stets so wehe, ich werde Dir gewiß nichts mehr sagen, was Dich je irritiren könnte, denn das ist mein höchster Schmerz. Ich kann Dich gewiß nie in böser Absicht irritiren, ich muß so weinen, denn ich lebe, athme, denke nur für Dich allein, liebe Dich so heilig, so rein, so treu, wie Du es verdienst, wie du allein meine Religion, meine Gottheit, mein so namenlos angebetetes Ideal bist.
Ich werde Dir noch heute einige Hotels in M- aufschreiben, wir werden beide beten, daß uns alles glückt, und nicht nachlassen. Wir müssen uns jetzt heirathen, denn ich könnte so nicht fortleben. Ich bitte Dich auf den Knien, glaube und vertraue fest auf mein heiligstes Offiziers- und Cavaliersehrenwort, daß ich Dich ewig heilig treu lieben werde, so wie ich Dich jetzt so abgöttisch treu liebe. Ich bitte Dich unter Thränen und kniefällig, sei nur heute noch gut und lieb mit mir, ich werde Dir etwas recht Herziges zeichnen und Dir eine kleine Ueberraschung machen. Ich hoffe so auf Dich, daß es Dir gelingen wird. Wenn es aber nicht möglich wäre, so werden wir machen, daß man dann energisch vorgeht, und daß wir binnen kürzester Frist declarirt sein werden. O Gott, nur das soll bald sein, das ist mein allerhöchster Wunsch und Gebet, ich werde es mit aller Kraft durchsetzen. Ich bitte Dich, mein Weiberl, glaub mir, ich vertraue Dir so fest, ich weiß, daß Du keinen Tag länger ausbleibst als nöthig, Du sehnst Dich ja selbst nach mir, Deinem treuesten, Dich so abgöttisch liebenden Mannerl. Wenn es aber nöthig wäre, daß Du einen Tag länger verweilest, wenn Du damit Dein Ziel zu erreichen hoffst, so gebe ich Dir mein heiligstes Versprechen, daß ich nicht verzweifeln, sondern vertrauensvoll auf Dich, meinen Abgott, warten will. Ich bitte Dich auf den Knien, schreib mir nur ein paar zärtliche Worte, wie sonst, ich will Dich dafür segnen, ich habe so eine namenlose Sehnsucht nach Dir, mein Abgott. Ich bete für Dich und segne Dich und versichere Dich mit innigster Glut meiner rasendsten Liebe, Treue, Anbetung, nur mit Dir kann ich leben und meine ganze Zufriedenheit und Seligkeit finden. Habe Mitleid mit meinen Fehlern, ich werde mich bessern, denn du veredelst mich, mein Abgott! Ich sende Dir meine glühendsten Küsse, ich habe Dich so namenlos leidenschaftlich glühend gern und weiß es auch von Dir, mein Weibi, Du bist mein zweites Ich, wir zwei sind ewig nur Eins, ich bin so selig durch Dich, kann nur durch Dich leben und bin mit ewig gleicher treuester Liebe Du mein göttlichstes Weiberl, Du ewig nur meine Jützi, mein Abgott, Dein ewig treuestes Mannerl
Dein Gustav.«

Dieser Brief war also am Tage vor der Abreise Juliens nach München geschrieben. Beide waren nochmals zusammengekommen und hatten jedenfalls den Mordplan definitiv festgestellt.

Am 19. Nov. begleitete Gustav seine Geliebte zum Bahnhofe und am Abend schrieb er ihr folgenden Brief:

»Meine Götterjützi! Mein Abgott! Mein Alles!
In Thränen gebadet sitze ich vor Deinem lieben Bilde und ringe die Hände vor Sehnsucht nach Dir, mein Abgott. Möge Dir doch alles gelingen und Du baldigst wieder für immer in meinen Armen liegen! Das letztere wünsche ich wol am sehnlichsten, denn was ich leide und empfinde, weiß nur Gott allein u. s. w.
Es ist so kalt, so stürmisch, o welche Angst erfaßt mich um Dich, Du bist viel zu leicht angezogen, Du mein Abgott, mein Alles, mein Weibi. Ich kann nur beten für Dich, kann Deine Zeilen kaum mehr erwarten. Du stürzest Dich in keine Gefahr, darauf habe ich Deinen Schwur. O wärst Du nur schon bei mir! Ich kann Deinen Brief nicht mehr erwarten, ich liege heute in Deinem Betterl und weine, weine, weine!
Gott, o Gott, komm nur bald zu mir, ich bin Dir so treu, ich liebe Dich so glühend, wie noch nie, wir müssen uns jetzt heirathen. Ich kann kaum schreiben, solch Angenweh habe ich. Gott segne und beschütze Dich, ich bete für Dich und wiederhole alle meine heiligsten Schwüre, küsse Dich tausendmal im Geiste, Du mein Weibi, mein Ich, Du meine abgöttisch geliebte, mehr als je angebetete einzige Jützi.«

Am andern Morgen, den 20. Nov., fährt der Graf in seinen Ergüssen fort:

»Meine Jützi, mein Abgott, mein Alles! Die ganze Nacht schlief ich nicht, wälzte mich unruhig in Deinem Betterl. Dein Bild hing über meinem Bette, ich küßte es, betete für Dich und weinte. Mir fiel ein, daß es so kalt war, ob Du nicht krank seiest.
Heute Nacht zerschlug sich ein Fenster in Deinem Salon bei Deinem Nähtischel, weil Lisi die Fenster nie fest zumacht und so ein starker Sturm war. Ach wie zitterte ich und weinte um Dich, mein Weibi! Ich war jede Viertelstunde wach, sah auf die Uhr um 5 1/4, wo Du in München ankamst und hätte mir bald vor Wuth eine Ohrfeige gegeben, weil ich vergaß, Dir kleines bairisches Geld für den Wagen mitzugeben. Dann hatte ich Angst, daß Du am Ende eine Verwechselung mit dem Pulver machen könntest, daß sie Dich überredet. Doch nein, ich muß Dir vertrauen, Du schwörst es mir ja so heilig, daß Du sie nicht schonst. Du mußt mich ja heirathen, wir können nur zusammen leben. Du mein Götterweibi. Ach, es ist furchtbar ohne Dich, die Zeit will nicht vergehen, ich sehne mich so namenlos nach Dir wie noch nie. Ich kann nicht schreiben vor Thränen. Später schreibe ich weiter, ich habe solche Angst nach Dir. O lieber sterben, wie ohne Dich sein, Du mein Abgott!«

Am Abend des 20. Nov. folgt die Fortsetzung:

»Morgen ist Deine Ankunft wieder einen Tag näher. Gute Nacht, mein Weibi, wüßte ich nur, wie es Dir geht. Ich bin so ängstlich, wenn Du nur schon wieder bei mir wärest, mein Weibi! Morgen bekomme ich mit Gottes Hülfe ein Brieferl von Dir, das mir Trost geben wird. Gott segne, beschütze, erhalte Dich für mich, der ich nur von Dir lebe. Ich schicke Dir ohne Unterlaß die glühendsten Küsse, bin Dir so treu und weine so viel nach Dir, mein göttliches Weibi.«

Das Mörderpaar hatte verabredet, daß Julie ihre Erlebnisse in München sofort schriftlich ihrem Gustav mittheilen, die Briefe aber nicht unter seiner, sondern unter Rampacher's Adresse schicken sollte. Der letztere hatte die Weisung, diese Briefe dem Grafen ohne Verzug zuzustellen.

Julie schrieb in München zwei Briefe, die am 21. Nov. eintrafen und von Rampacher sofort an den Grafen abgegeben wurden.

In dem einen dieser Briefe heißt es: „Ich habe das Empfehlungsschreiben an das Aas abgegeben, das Aas ist, wie Du wissen wirst, krank.« Sie hatte sich also der Gräfin als die durch Agnes Mariot empfohlene Marie Berger schon am 20. Nov. vorgestellt. Hiermit stimmt die Notiz im Tagebuch der Gräfin überein: »Am 20. Nov. Brief von Agnes par bouté.«

Als Schützling der Mariot war die Ebergenyi freundlich empfangen worden, sie theilte dies dem Grafen Chorinsky mit und dieser befürchtete, sie würde gerührt von der Güte ihres Opfers das Vorhaben aufgeben. Eine Niederschrift Chorinsky's vom 21. Nov. gibt Aufschluß über das, was in seiner Seele vorging. Sie lautet:

»Meine einzigste, göttlichste, rasend geliebte Jützi! Mein Abgott! Meine Gottheit! Heute um halb 4 Uhr vor meinem Essen läutete Rampacher und brachte mir zu gleicher Zeit Deine zwei allerliebsten Brieferl. Gottlob! daß Du nicht kalt hattest und eine angnehme Fahrt, heute bete ich fortwährend für das Gelingen! Aber etwas ärgert mich, nämlich, daß Du von dieser Canaille schreibst, daß sie Dich so freundlich empfing, am Ende gewinnt oder rührt sie Dich noch, dieses Komödiantenaas.
Doch nein, Du hängst zu sehr an mir, willst mein Weibi werden, und ich will Dich gewiß selig machen. Ich bin auch desperat, daß Du erst Samstag oder Sonntag kommst, warum so lange ausbleiben? Ich war bei Agnes, denn wie soll ich den Briefträger finden, der den Brief hinträgt; ich will es noch versuchen, doch ob es mir gelingt, weiß ich nicht, ich sagte Agnes, Du habest mir (als geschiedene Frau) geschrieben, daß das Aas krank ist, doch selbst ihre große gefährliche Krankheit nicht ahnt, und Agnes versprach mir, den allenfallsigen Brief des Aases zu geben und der wird dann verbrannt. O Gott, was zittere ich um Dich, mein Abgott, wenn Du nur vorsichtig bist und es Dir gelingt, das ist mein einziger Wunsch, sonst müßten R. und D. hin, sie sind schon avisirt, Gott, nur Du laß Dich nicht zu weit ein, daß man Dich ertappen könnte, was ich leide aus Angst und Kummer, kann nur Gott wissen; ich will Dir ewig dankbar sein, nur für Dich so treu und innig leben, fort und fort küsse ich unter Thränen Deine lieben Zeilen, danke Dir für alle darin ausgedrückte Liebe, ich hoffe zu Gott, Du läßt Dich nicht erweichen, sondern denkst an Deine Zukunft als meine zukünftige rechtmäßige Gattin. O, Gott führe Dich nur baldigst glücklich und gesund in meine Arme, ich bin so wahnsinnig unruhig ohne Dich, die ich mit jedem Momente rasender liebe und anbete, Du mein Götterweibi.«

Ein zweiter Brief ohne Datum, aber jedenfalls am Abend des 21. Nov. geschrieben, hat einen ähnlichen Inhalt. Chorinsky sagt darin:

«Meine Engelsjützi! Mein ewig treuestes Weiberl! Du meine Gottheit! Ich will Dir nur nochmals, bevor ich mich in Dein liebes Betterl legen werde, tausendmal für Deine gar so lieben Zeilen danken. Die Zeit ist so tödlich lang für mich und meine Angst so groß. Daß Dich nur niemand sieht, daß Du es nur gescheit anfängst, Dich nicht rühren noch anplauschen läßt, denn dies Aas ist das durchtriebenste Luder auf der Welt. Ich bin so in Spannung, denn ich möchte nicht, daß Dir was geschieht, oder daß dies Luder noch länger uns im Wege steht. Gottlob! daß Du wenigstens keine unangenehme Reise und keine Kälte hattest; wenn es nur bei der Retourfahrt ebenso wäre und Du nur mit dem Kurierzuge kommen möchtest. So ungewiß sein zu müssen, ist doch etwas Gräßliches!
Gottlob! daß Du keine Bekannten gesehen hast, gib nur hier auch Obacht. Hoffentlich ist auch bei der Retourreise keine Karten- noch Sachenvisitation. Wenn ich Dir nur hinschreiben könnte! Du hast mich lieb, das ist aber auch das Einzige, was mich am Leben erhält. Wie ich Dich anbete, kann ich Dir nie beschreiben, aber wie will ich Dich glühend unter Thränen umarmen und küssen, wenn ich Dich wiedersehe und das muß bald sein, sonst sterbe ich noch. Diese infame Canaille, wie kannst Du nur schreiben, daß sie so «überaus freundlich» war, diese Bestie, doch was willst Du einen ganzen Nachmittag bei ihr machen? Diese dummen gemeinen Lügen einer so stinkenden Kröte anhören? Ach könntest Du, die mich heirathen muß, Dich von einer so gemeinen Canaille bethören lassen? Nein, so was hoffe ich nicht, ich bete fort für Dich, daß es nur gelingt und wir dann baldigst vor der Welt ein Paar werden können.
Ich bete gewiß für Dich, gebe mich aber noch nicht zu sehr der Hoffnung hin, weil Du es nicht wünschest, kann Dich aber kaum mehr erwarten, ich sitze auf glühenden Nadeln, wenn Du nur alles gleich wegwirfst, sobald der Verkauf abgeschlossen ist und nicht selbst dabei bist.
Ich gehe noch morgen früh zur Post, möglich, daß ich den Briefträger gerade erwische, doch ob er mir den Brief gibt, weiß ich nicht, überdies sagte ich Agnes, daß Du Frau bist, getrennt von Deinem Manne und geschieden, dann daß Du sie sehr krank fandest, sie aber keine rechte Idee von ihrem schweren Leiden (falls sie schreibt, sie befände sich wohler) habe, Du jedoch sehr beängstigt schriebst und telegraphirtest, ich bekomme jedoch von Agnes den Brief des Aases. Ach soll ich noch länger warten, wie Sonntag oder Montag? Das ist ja eine furchtbare Aussicht, ich bin ganz weg vor Schmerz darüber, ich kann nur beten, daß Du fest und standhaft, klug und überlegt bleibst, Dich durch nichts abbringen läßt und sobald als möglich nach Verkauf abreisest und Dich nicht mehr zeigst und sogleich alles wegwirfst, was an eine Reise mahnt. Ich möchte nur wissen, ob ich zu Hause zu Dir schreiben soll, daß sie unten sagen, Du seiest bei ihnen gewesen.
Gott segne, beschütze, erhalte Dich, mein Weibi, ohne Unterlaß denke in glühendster Liebe und Sehnsucht und Bangen an Dich, mein Alles, mein Engelsjützerl.«

Die Briefe vom 19., 20. und 21. Nov. hatte der Graf nicht abgesendet, sondern nur geschrieben, weil es ihm Bedürfniß war, zu schreiben und sie zum Beweise, daß er an seine Julie gedacht, in ihr Nachtkästchen gelegt. Die Ebergenyi hatte die Schriftstücke aufgehoben, »um gegen den Grafen Chorinsky einen Beweis in der Hand zu haben«, bei ihr wurden sie in Beschlag genommen.

Diese Briefe bedürfen keines Commentars.

Mit Grauen wendet man sich ab von einem Manne, der für das Gelingen des Mordes an seiner Gattin betet und wähnt, Gott werde ein solches Gebet erhören.

Es empört sich das menschliche Gefühl, wenn man liest, wie ein Graf, ein Offizier seine dem Tode geweihte Gattin mit gemeinen Schimpfnamen belegt, wie er von der zärtlichsten Sorge erfüllt ist, daß seine Geliebte, die auszieht, um seine Gemahlin zu vergiften, sich auf der Reise erkälte, daß sie durch den Mangel kleiner Münze Unannehmlichkeiten haben könne!

Die massenhaften, schwülstigen Versicherungen von Liebe und Treue würde man kaum einem jungen Menschen, der zum ersten male liebt, verzeihen. In dem Munde eines fünfunddreißigjährigen Mannes, der bereits sieben Jahre verheirathet ist und gegenüber einer Dame, deren Gunst für Geld jedermann feil war, sind sie unnatürlich und widerwärtig.

Die Versuche des Grafen und der Ebergenyi, die Briefe auf unverfängliche Weise zu erklären, sind so kläglich und so gänzlich mislungen, daß wir sie füglich übergehen können.

Aber nicht blos Abscheu, sondern geradezu Ekel flößt uns das mörderische Paar ein, wenn wir hören, daß sie in Wahrheit gar nicht von einer sie völlig umstrickenden, mächtigen Leidenschaft, der Liebe zueinander und dem brennenden Verlangen sich zu ehelichen, erfüllt waren. Man kann sich psychologisch erklären, daß eine solche Leidenschaft den Menschen verblendet, und es ist schon öfter vorgekommen, daß zwei Liebende zum Mord getrieben worden sind, um einander zu besitzen.

Aber hier füllte die Liebe die Herzen nicht einmal aus. Julie hatte noch Zeit und Lust, während ihr Gewerbe Mord war, in München mit dem Commis Umlauft eine Liebelei anzufangen, und der Graf Chorinsky hatte neben seiner »Engelsjützi, seinem Abgott, seinem einzigsten, schönsten Weiberl« noch eine zweite Geliebte, die Witwe Hottovy, welcher er bis zum 4. Dec. 1867 ebenso überschwengliche Briefe schrieb, deren ewiges treuestes Mannerl er sich ebenfalls nannte.

Erinnern wir nochmals an das Geständniß Juliens, daß sie der Gräfin Cyankali eingegeben, ein Geständniß, welches deshalb so durchaus glaubwürdig ist, weil die Angeschuldigte dabei Umstände angab, die damals in Wien völlig unbekannt waren, z. B. die Lage der Leiche und die Abwesenheit der Fanny Hartmann behufs der Ablieferung eines gefertigten Kleidungsstückes, und niemand wird mehr daran zweifeln, daß Julie Ebergenyi von Telekes am Abend des 21. Nov. 1867 die Gräfin Mathilde von Chorinsky Ledske mit Cyankali meuchelmörderisch vergiftet hat.

Ebenso klar ist, daß der Graf Gustav Chorinsky die Greuelthat nicht nur gewollt, sondern geradezu veranlaßt hat. Wer von seiner Schuld dennoch nicht vollständig überzeugt sein sollte, dem empfehlen wir die meisterhaft gearbeitete Anklageschrift des Staatsanwalts in München wider den Grafen nachzulesen. Dort heißt es am Schlusse:

»Als endlich die Reise der Julie von Ebergenyi nach München beschlossen war, besorgte Graf Chorinsky die Umwechselung des Geldes, die Paßkarten, den Empfehlungsbrief u. s. w. Er schrieb, während sie den Mordanschlag ausführte, jene Ergüsse nieder, die beredte Zeugen seiner vollkommenen Kenntniß ihres Vorhabens sind, seiner Angst um sie, seiner Besorgniß des Fehlschlagens, seines wahrhaft teuflischen Hasses gegen seine Frau, seiner Furcht, daß es ihrer Liebenswürdigkeit gelingen könnte, die Mörderin umzustimmen und von ihrem Vorhaben abzubringen. Er bereitete inzwischen Fräulein Agnes Mariot, jene Freundin seiner Frau, welcher er den Empfehlungsbrief für seine meuchelmörderische Buhlerin abgelockt hatte, durch das unwahre Vorgeben, daß nach erhaltener Mittheilung seine Frau sehr gefährlich krank sei, auf deren durch Mord nahe bevorstehenden Tod vor und suchte den vielleicht widersprechenden Inhalt einer etwaigen Antwort auf den Empfehlungsbrief von vornherein durch die Vorspiegelung zu paralysiren, daß sie von ihrem gefährlichen Zustande nichts ahne.
Wie seine Geliebte nach dem Morde, offenbar in der Absicht, sich wieder in den Besitz des sofort ihre Spur verrathenden Empfehlungsbriefes zu setzen, eine Menge der in letzter Zeit an Mathilde Chorinsky gelangten Briese an sich raffte, so traf auch er Veranstaltung, daß eine etwaige, den Empfehlungsbrief erwähnende Zuschrift seiner Frau an die Mariot ihm ausgehändigt würde, ja war sogar bemüht, derartige Briefe schon bei den Briefträgern aufzufangen. Gleichzeitig sann er darauf, einem aufkeimenden Verdachte mit einem falschen Alibibeweise zu begegnen, wie er denn auch nach seiner Verhaftung von hier aus durch Telegramm und Schrift die Angehörigen Juliens zur eidlichen Bestätigung ihrer Anwesenheit in Szecsen vom 19.-22. Nov. zu bestimmen versuchte.
Nach ihrer erfolggekrönten Heimkehr fand ihn Rampacher in höchster Aufregung und Furcht - weil bei der rapiden Flucht der Mörderin ungewiß geblieben, ob Mathilde wirklich todt oder nur betäubt war, reiste dann in seinem Auftrage mit dem nächsten Zuge hierher, um diese qualvolle Ungewißheit zu heben. Die durch die hiesige Polizei vermittelte Gewißheit ihres Todes belebte seinen Muth wieder so weit, daß er mit seinem Vater im falschen Gefühle seiner vierfachen Unangreifbarkeit als Ausländer, Offizier, Edelmann und Sohn des Statthalters von Niederösterreich die vom Anstande gebotene Reise hierher zu machen wagte. Allein sein Muth reichte nicht so weit, sich unbefangen zu zeigen, die Leiche der Gemordeten zu sehen, ihr das letzte Geleit zu geben, und so wurde sein von dem königlichen Polizeidirector von Burchtorff beobachtetes, scheues, befangenes Benehmen, seine Aufregung, seine Bestürzung über die für unmöglich gehaltene Verhaftung zu einer Kette weiterer Zeugnisse seiner Schuld. Auch die vom Gefängnißwärter bekundeten Thatsachen, daß er die verrätherischen Photographien der Mörderin nicht herausgeben wollte und auf die Behauptung ihres Besitzes augenfällig hohen Werth legte, erheischt die gleiche Beurtheilung.
Nicht minder verfänglich war sein Verhalten und seine Vertheidigungsweise in der Voruntersuchung. Wiederholt schwebte ein Bekenntniß seiner Schuld auf seinen Lippen, das er einmal förmlich ankündigte, dann unter dem Vorwande körperlicher Erschöpfung und Krankheit verzögerte, bis er endlich statt dessen eine durchaus wahrheitswidrige schriftliche Verantwortung abgab. Seine Verhöre strotzen von Unwahrheiten und Widersprüchen.

Daß er anfangs seine intimen Beziehungen zur Ebergenyi verneinte, daß er behauptete, seine Frau habe ihn zur Heirath gezwungen, sein Verhältniß zu seiner weitern Geliebten Marie Hottovy, das noch im Augenblicke der Verhaftung bestand, sei seit Jahren gelöst, die Wohnung der Ebergenyi sei das Winterquartier ihrer Familie, sie habe keine Kenntniß von seiner Verehelichung gehabt, sei vom 19.-22. Nov. in Szecsen gewesen, seine falsche Beschreibung ihres Reiseanzugs und ihres Gepäcks find nur einige Unwahrheiten, die seine beiden ersten Verhöre enthalten, und ebenso viele Beweise seines schuldbeladenen Gewissens. Wenn er dann im Widerspruche mit seiner Geliebten leugnet, daß sie ihm nach ihrer Rückkehr, den Mord verkündete und sich selbst als Thäterin bezeichnte, daß er von jenen hier gekauften Weinfläschchen, deren eins er selbst in Wien ausgetrunken hat, daß er von jener Schachtel, bei deren Versendung er die hervorragendste Thätigkeit entfaltete, daß er von dem Erwerbe und Besitze der photographischen Chemikalien seitens der Julie Ebergenyi keine Kenntniß hatte; wenn er auf die Frage, wer der in einem Briefe erwähnte Louis, nämlich Lo Presti, und die in einem andern Briefe erwähnte Agnes, nämlich Mariot, sei, behauptet, erstern nicht zu kennen, und letztere als ein Dienstmädchen der Agathe Ebergenyi bezeichnet, wenn er bezüglich des Verkehrs mit der Horvath und der Beschreibung ihrer Person mit seiner Geliebten in die auffallendsten Widersprüche geräth, wenn er von der Anfertigung jener Visitenkarten, die er doch als geniale Idee bewunderte, nichts wissen will, so kann dies alles die ohnehin schon niederdrückende Wucht des Schuldbeweises nur noch verstärken.«

Am klarsten tritt jedoch sein Schuldbewußtsein in Briefen hervor, die er heimlich im Gefängniß schrieb, um sie auf Schleichwegen an die Adressaten gelangen zu lassen und dadurch seine Freiheit wiederzugewinnen. Wir geben auch diese höchst charakteristischen Briefe ihrem Wortlaute nach:

Brief des Gefangenen an den Statthalter Chorinsky:

»Ich will nur nochmals die Bitte beifügen, daß entweder Du oder Karl sogleich zu mir kommt, daß Ihr mich nicht in Schand und Elend kommen laßt, nur Du und die Mutter bewogt mich, her nach München zu kommen, wo Du endlich zur Einsicht kamst, was die M- für eine keusche, solide Person war. Solange ich es Euch schrieb, daß sie es stets mit andern Männern hielt, daß sie Euer Haus schändete, was lebende Beweise bezeugen, während der Ehe und nach der Trennung von mir andere Bandeleien hatte, und es nur schauspielermäßig vor Euch verbarg, so lange hieltet Ihr mich für einen Verleumder. Ihr schriebt ihr Briefe, als ob sie ein Ideal wäre, und daß sie gern und ohne Widerrede aus Euerm Hause nach dem 3. Juli 1866 ging, war nicht edel, sondern weil sie Mutter war, entbinden mußte und die Zeit zum Abtreiben vorüber war. Und daß ich so eine Person nicht ausstehen konnte, und daß ich mich an jemand andern kettete, kann mir Gott nicht verübeln.

Ich habe nie jemand im Leben so geliebt wie die arme Julie, der man jetzt ein Verbrechen aufdichtet, was sie gewiß nicht that, sie ist unschuldig, nur wegen der Liebe zu mir soll sie leiden; wenn ich mir denken müßte, daß sie deshalb leiden müßte, so kann ich nicht fortleben, nein, nein, nie, noch nie habe ich so gelitten wie jetzt; nur weil sie mich kannte und mich gern hatte, soll am Ende ihr Name und ihre Zukunft leiden und ich soll am Ende auch meine blutig verdiente Charge und Namen, Orden verlieren; eher mit ehrlichem Namen sterben, wie geschändet sterben. Daher flehe ich bei Gott und der heiligen Maria, mir allsogleich den Karl herzuschicken oder selbst zu kommen, weil ich noch vieles zu bitten und zu sagen habe, was ich nur Euch sagen kann. Geh doch zum Kaiser oder laß den Vater der Armen, die blos wegen mir leidet, was mich Tag und Nacht weinen und heulen macht, zum Kaiser gehen, daß er Gnade gibt und die Sache vergibt und aufhebt.

Jedenfalls, wenn Du mich je geliebt hast, so schickst Du mir den Karl oder kommst selbst, wenn Dir nur etwas an meinem Leben liegt.«

Ein zweiter Brief des Gefangenen an seinen Vater:

»Mein einzig geliebter Vater!

Um Gottes willen flehe ich Dich aus Knien an, besonders da Du und die Mutter mich nach dem verfluchten München brachten, mach' jetzt energische Schritte, daß ich erlöst werde, denn sonst kann ich noch verloren sein. Ich will blos frei sein und nicht ins Elend gerathen. Das überlebe ich nicht. Nur meinethalben, nur unserer Familie halber bitte ich Dich, mache Du beim Kaiser, der das Recht hat, eine Untersuchung aufzuheben, Schritte, daß von der Person, die man beschuldigt, der Proceß aufgehoben wird. Beust und Hohenlohe sollen für Dich darum bitten. Sie soll landesverwiesen werden, nur daß ich frei werde. Um Gottes willen, ich kann ja nicht fortleben. Ich will auch Geistlicher werden, ich will fort aus Oesterreich, nur nicht geschändet. Auf Knien flehe ich zu Dir, daß diese Sache durch den Kaiser beendet wird, denn ich kann so nicht fortleben. Ich beschwöre Dich, so wahr ich Dein Sohn bin, erlöse mich von hier, dem boshaftesten Neste der Welt, wenn ich so gefehlt hätte, so gebührt mir und unserm Namen Rücksicht. Ach rette mich, ich bete ohne Unterlaß, ich knie vor Dir und flehe zu Dir. Wenn sie frei wird, so muß ich es auch werden, nur deswegen flehe ich zu Dir. Vielleicht kann Edelsheim was thun, der ihre Familie gut kennt. Nur diesmal rette mich, mach' mich wenigstens frei, jeder Vater thäte es, wenn sein Sohn auch noch so gefehlt hätte. Ich beschwöre Dich, mach' Schritte beim Kaiser, ich werde dann nichts anderes thun, als was Du willst; aber nur der Kaiser kann jetzt etwas thun. Schnell, schnell um Gottes willen, daß es nicht zu spät werde, bei Gott beschwöre ich Dich darum und sei nicht böse auf mich, wo ich Dich so lieb habe. Warum kommt niemand zu mir, die Sache ist so verwickelt, ich kann mich nicht retten, nur Du kannst und Gott wird es Dir lohnen. Dein Dich namenlos liebender Sohn G.«

Brief des Gefangenen an den Grafen Heinrich Chorinsky:

»Liebster Heinrich! Durch einen gräßlichen Zufall bin ich hier so elend geworden, doch ich bin unschuldig, das schwöre ich Dir. Ich bitte Dich, sag' dem Vater nochmals, er soll zum Erzherzog Albrecht, Johann Nuppenau, Oberst Döpfner, ja selbst zum Kaiser gehen und trachten, daß ich erlöst werde. Geh' auch zur Julie, sag' ihr, sie soll nichts Schlechtes denken von mir; ich bin so unschuldig wie ein Lamm. Man hat mich hier arretirt, mir meine Sachen weggenommen. Ihr alle wißt, daß ich fort in Wien saß. Ach ich bitte Dich, geh' auch zu Mathiasch, sonst fragen sie nach mir, und sag' ihm mein Elend. Schreibe mir über alles, doch so, daß man es hier lesen kann, da die Briefe mir geöffnet zukommen müssen. Meine arme Mutter, mein armer Vater, ihr armen Geschwister, ich flehe zu Euch, helft mir mit Rath und That. Schauderhaft ist es, so eingesperrt zu sein, Tag und Nacht allein unter Schloß und Riegel. Nie ahnte ich, so eine Qual unverschuldet tragen zu müssen. Dem Vater sagte ich, daß ich Julie so gern habe, was für ein edles Wesen sie ist, ihre Familie ist auch so nobel, gut, und was werden die von mir denken. Doch das Einzige beruhigt mich, daß jeder, der mich kennt, wissen muß, daß ich unschuldig leide.
Ich lass' den Vater dringendst bitten, wenn er mich nur etwas lieb hat, sich mit Ebergenyi zu verständigen, daß ich derselben einiges verschwieg, was mich jetzt so wurmt - denn sie hielten mich für ledig; wie die Rede auf meinen Stand kam, so hielt ich es für unnöthig, es zu erwähnen. Wenn man nur wüßte, wer mir dies Elend angethan hat, damit ich endlich zu Euch kommen könnte; ich halte es hier kaum mehr aus; was ist's mit meiner Stellung, ich bleibe doch zugetheilt?
Der Vater soll mit Oberst Döpfner wegen meiner Conduite reden, daß sie nicht verschlechtert wird; wie hätte ich je so schlecht und dumm sein können, ein Verbrechen zu begehen? Mir ging es ja so gut und ich war so geachtet, und nun bricht so ein Elend über mich zusammen. Gott, ich kann nur beten, daß ich gerettet werde, und dann will ich auch erst beweisen, wie namenlos ich Euch liebe.
Wenn ich nur Nachrichten über Euch und alles, was mich interessirt, erhalten könnte; ich verschmachte hier allein. Könnte mich niemand besuchen? Karl, oder Du oder Stephi? ich möchte so gerne mit Euch reden und Euch überzeugen, wie furchtbar ich unschuldig leide.
Erfülle liebreichst meine Bitte, Du kannst Dir denken, wie furchtbar es mir am Herzen liegt, nichts zu wissen, schreibe unter Adresse des Herrn Unt. Richt. Geiger, der die Briefe an mich lesen muß, und küsse mir alle im Hause. Gott, wann werde ich endlich wieder bei Euch sein? Dich sammt allen umarmt unter Thränen aufs herzlichste Dein unglücklicher Bruder.«

Brief des Gefangenen an Stephan von Ebergenyi:

»Lieber Stefi!
Ich bitte Dich, trachte, daß du mir meine Bitte erfüllst und daß es nur bald vor Gericht bestätigt wird, daß Julie am 19.-22. Nov. in Szecsen war. Geht doch nach Wien, macht sie frei um Gottes willen. Antwortet mir ja nicht, da ich nicht schreiben soll. Um Gottes willen erfüllt meinen Wunsch. Ich bete Tag und Nacht, daß sie bald die Meine wird. Nur fest ausharren! Euer unglücklicher Gustav.«

Brief des Gefangenen an Gustav Hollan, einen Onkel von Julie von Ebergenyi.

»Liebster Onkel Gusti!
Ich beschwöre Dich bei allem, was Dir heilig ist, wenn Du mich je lieb hattest, wenn Du je meine arme Jützi gern hattest, die ich so namenlos liebe, laß diese Zeilen auch der Agathe lesen und sag' ihr, was ich leide. Ich hier gefangen und noch dazu muß ich mein rasend geliebtes Jützerl in Wien so elend wissen, weshalb wir uns so liebten, weil uns ein Freund, der uns versprach, daß er uns die Papiere verschaffen werde und uns die Heirath ermöglichen wolle, ein Freund, den ihr auch kennt, uns sitzen ließ. Bei mir fand man die Photographien der armen Jützi, bei ihr fand man meine Briefe, die Jützi trotz meiner Bitten nicht verbrannt hat, sondern ihrem Stubenmädchen gab, welche Gans sie dann hergab. Julie gestand einmal, daß sie hier war, doch sie hatte kein Gift bei sich, ich weiß auch, sie hatte keines, sie wollte blos die Papiere haben und da gab ihr eine gewisse Horvath, die gewiß auch in München war, Opiumpulver und diese Horvath hat vielleicht alles gethan, denn Jützi glaubte noch, sie lebe; deshalb haben wir ja den Rampacher nach München geschickt, so soll Jützi sagen, oder wenn es nicht möglich ist, ihr das beizubringen, so soll Agathe mit Edelsheim oder mit ihrem Vater zum Kaiser gehen, sie sollen meinen Vater auch bitten. Ich schreibe ihm auch dasselbe, Du sollst den alten Eb.-Stefi auch auffordern, daß Ihr zum Kaiser geht, daß diese Sache, dieser Proceß vom Kaiser aufgehoben wird. Wenn nicht anders, so gehe ich mit ihr nach Amerika oder Australien, nur bei ihr sein. Ach, so rasend haben wir uns lieb! Sie soll sagen, daß die Horvath, die mit der Vay in München war und mit ihr in Pesth war, wahrscheinlich dies that, zum Kaiser einen Fußfall machen. Ich bitte Dich, thue mir das und schreibe nach Wien unter der Chiffre F. V. post rest. Wien. Macht nur etwas für Julie. Edelsheim soll etwas thun. Zeige diesen Brief der Agathe, sprich mit ihr.«

Brief des Gefangenen an den Grafen Hannes Wilczek:

»Liebster Hannes!
Ich bitte Dich als Vetter und Cavalier auf Knien, erweise mir den letzten Liebesdienst und komme nur auf einen Tag zu mir, Heinrich wird Dir sagen, wo ich bin. Ich bitte Dich, rette mich, bitte Hohenlohe und sprich selbst mit dem Kaiser. Willst Du dieses alles nicht thun, so schicke mir, aber durch einen verläßlichen Menschen, der sich als Doctor ausgibt, wohl verpackt eine Pistole mit Munition. Es steht meine Ehre am Spiele und ich glaube, Du bist zu viel Cavalier, um einen Feldzugskameraden ins Elend stürzen zu lassen. Ich bin nicht schuldig, doch kann ich keine andere Person ins Elend bringen lassest, eher opfere ich mich. Auf Knien bitte ich Dich, schick' mir umgehend einen vertrauten Menschen, der sich als Arzt meldet, mit einer kleinen Pistole sammt Munition, die er mir, wenn ich allein mit ihm, geben soll. G.«

Brief des Gefangenen an Julie von Ebergenyi:

»Liebste beste Julie!
Da ich meinen Brief durch die Hände des Untersuchungsrichters gehen lassen muß, so können Sie ersehen, daß ich gefangen bin. Schon Montag abends kam ich in Arrest, wurde aller meiner Sachen beraubt, da man mich eines großen Vergehens beargwöhnt; o hätte ich Ihnen nur früher gesagt, daß ich gebunden war, jetzt müssen Sie es durch fremde Leute oder Zeitungen erfahren, und dann noch diesen Verdacht für mich auf so gräßliche Weise. Verachten Sie mich nicht, stoßen Sie mich nicht von sich, ich bin unschuldig und treu dem, was ich sagte; ich bin Ihrer Achtung, Zuneigung noch immer ganz gleich werth; bitte Sie, nehmen Sie diese Zeilen, die nur ein Lebenszeichen von mir sind, da man mich die frühern Tage nicht schreiben ließ, in unveränderter Freundschaft auf. Gott segne, erhalte Sie, Sie edle Freundin, immer werde ich mit gleichen Gesinnungen Ihrer gedenken.
Gott gebe baldiges Wiedersehen, beten Sie für mich. Ihr ergebenster G.«

Der letztgedachte Brief wurde nicht heimlich geschrieben, sondern dem Untersuchungsrichter zur Beförderung übergeben, offenbar zu dem Ende, daß Julie seine Verhaftung erfahren und auf ihrer Hut sein sollte.

Auch diese von uns mitgetheilten Briefe bedürfen keines Commentars. Der Staatsanwalt in München sagte in der Anklageschrift mit vollem Recht: »Deutlicher kann das Geständniß der Mitwissenschaft, die Verzweiflung eines schuldbeladenen Gewissens sich nicht aussprechen«, und fährt fort: »So ist denn durch alle diese Umstände und die Gewißheit, daß bei dem zwischen ihm und Julie bestehenden Verhältnisse ein zunächst sein Interesse berührendes, so schwieriges und höchst gefahrvolles Unternehmen nothwendiger Gegenstand vielfacher und eingehender Berathung gewesen sein muß, vollkommen dargethan, daß er in den verbrecherischen Zweck jener Reise vollkommen eingeweiht war, und daß er in der Absicht, denselben zu fördern, ihr Rath und Belehrung ertheilt, und sie mehrfach, insbesondere durch Ermittelung und Bekanntgabe der hiesigen Wohnung seiner Gattin, durch Verschaffung falscher Reisepässe zur Fahrt hierher, durch Erwirkung und Behändigung eines Empfehlungsschreibens für die Julie Ebergenyi seitens der Agnes Mariot an seine Gattin, durch Einwechselung süddeutschen Geldes zur Reise hierher, durch Empfehlung hiesiger Gasthöfe, durch Besorgung des zur Fahrt auf den Bahnhof nöthigen Wagens, endlich durch vorherige Rathschläge und Zusicherungen der Verheimlichung der That und Erzielung eines Alibibeweises unterstützt und hierdurch die Ermordung seiner Gattin Mathilde rechtswidrig befördert, ja geradezu verursacht hat. Zwar haben die beiden Mitschuldigen, da sie leugnen, sich nie über die zwischen ihnen stattgefundenen Beredungen, über den Antheil eines jeden von ihnen an dem Mordplane ausgesprochen, und Julie von Ebergenyi hat versucht, den Grafen zu entlasten, aber gleichwol läßt sie in dem von ihr im Gefängniß auf den Namen der Vay geschriebenen Bekenntnisse, diese - und das war ja sie selbst - sagen, sie sei durch ihren Geliebten zur That verführt worden, während der Graf Chorinsky, so sorgfältig er sich auch sonst vor dem Bekenntnisse einer Schuld hütet, doch wiederholt in seinen Briefen als die höchste Qual bezeichnet, daß Julie aus Liebe zu ihm, daß durch ihn noch jemand anders und eine ganze Familie leide. Indessen auch abgesehen von diesen Bekenntnissen spricht eine auf tägliche Erfahrung gestützte Vermuthung dafür, daß, wenn ein Mann und ein Weib gemeinsam zu einem solchen Verbrechen schreiten, die Anregung von dem starkem, dem thatkräftigern Theil ausgeht, sohin von dem Manne. Diese allgemeine Vermuthung wird hier durch die beteiligten Charaktere zur Gewißheit erhoben.

Die Grundzüge des Wesens der Ebergenyi sind Leichtsinn und Genußsucht. Diese Fehler haben sie aus dem älterlichen Hause nach Wien und auf jenen abschüssigen Weg geführt. Ihr Leichtsinn führte sie zu der Verbindung mit Chorinsky, dessen Verheirathung schon in den ersten Tagen kein Geheimniß mehr für sie war, und ließ sie nebenbei die Verhältnisse mit ihren frühem Liebhabern fortsetzen. Ihr Leichtsinn ließ sie durch die Verlobung mit dem verheiratheten Chorinsky in jenen Conflict gerathen, der nur durch den Mord der rechtmäßigen Gattin gelöst werden konnte. Ihr Leichtsinn tritt in kaum begreiflicher Weise zu Tage in der Ausführung des Verbrechens, indem sie gleich auffallend durch ihre Kleidung, ihren Schmuck, ihr freies Benehmen hierher reist, in einem der ersten Hotels absteigt, dort Bekanntschaften anknüpft, ihren Umgang mit dem Opfer nicht verschleiert, offen die Vorbereitung zur Giftmischung trifft und endlich die That in einer Weise unter Umständen ausführt, welche mehr noch durch ihre fast naive Sorglosigkeit als durch ihre unbedachtsame Verwegenheit in Staunen versetzt. Der gleiche Leichtsinn tritt endlich auch in der Nachlässigkeit hervor, die sie in Beseitigung der Spuren des Verbrechens bethätigte, sowie in der Plan- und Systemlosigkeit ihrer Verantwortung.

Man kann mit Grund behaupten, daß eine solche Persönlichkeit den Entschluß eines Meuchelmordes nicht aus sich selbst schöpft, zumal wenn ihr nicht zwingende Beweggründe zur Seite stehen. Und diese fehlen. Sie hat trotz aller schönen Worte in den Briefen und bei der Verhandlung in Wien keine tiefe, leidenschaftliche Liebe für ihn. Die Thatsache, daß sie während des Verhältnisses mit ihm und als dieses schon zur Verlobung gediehen war, ihre intimen Beziehungen zu andern nicht abbrach, daß sie selbst hier während der Ausführung des Mordes zu einer kleinen Liebelei Lust und Zeit fand, beweist dies zur Genüge, und sie kennzeichnete die Qualität ihrer Zuneigung selbst am besten, als sie in ihrem ersten Verhör sagte: «Ich habe ihn außerordentlich gern, weil er wirklich sehr gemüthlich ist.» Doch der Haß gegen Mathilde Chorinsky erfüllte sie nicht. Es liegt zwar ein Brief, angeblich von ihr, vor, worin sie dieselbe mit verächtlichen, gehässigen Ausdrücken bezeichnet, allein da das Schriftstück von Chorinsky geschrieben ist, wird schwer zu entscheiden sein, ob hier die Copie eines von ihr verfaßten Originals oder das Concept von ihm vorliegt. Jedenfalls hatte sie so viel Unbefangenheit, in ihren von München an Gustav gesendeten Briefen die Liebenswürdigkeit ihrer Nebenbuhlerin in solchem Maße anzuerkennen, daß Chorinsky um die Ausführung ihres Planes ernstlich besorgt wurde. Auch der dienstliche Rang und die Vermögensverhältnisse, der eifersüchtige Charakter Chorinsky's konnten für ein leichtfertiges, genußsüchtiges Wesen ihrer Art keinen Anreiz zur Verübung eines so schweren Verbrechens üben, und es entspricht ganz ihrem Charakter, wenn sie in ihrer Verantwortung wiederholt behauptet, es sei ihr keineswegs sehr um eine Verheirathung zu thun und die Ungebundenheit ihres unverehelichten Lebens weit lieber gewesen.

Ganz entgegengesetzt war sein Charakter geartet. Von jeher war er gewohnt, in Liebesangelegenheiten sich zügellos dem Drange seiner Leidenschaften hinzugeben. Wie bereits erwähnt, fühlte er sich nur befriedigt und sicher in dem vollen Besitze der Geliebten, in der Herrschaft, die die Ehe und die häusliche Gemeinschaft gewähren. Sein Hang zur Eifersucht ließ in einem losern Verhältnisse Raum zu Gefahren sehen - die namentlich hier keine Gespenster waren, und von deren wirklichem Vorhandensein er nach seinen Briefen auch sehr deutliche Ahnungen hatte.

Deshalb war er von Anbeginn bemüht, der anfangs von seiner Geliebten wol kaum anders als ihre übrigen derartigen Verhältnisse angesehenen losen Verbindung jene Festigkeit und jenen Ernst aufzuprägen, der schließlich zur Katastrophe geführt hat. Dieselbe Leidenschaftlichkeit, welche bei der Werbung um Mathilde Ruef nicht zur Ruhe kam, bis er unter Mißachtung seiner Standesverhältnisse, seiner Kindespflichten, unter Verzicht auf eine ihm theuere Lebensstellung, unter Gleichgültigkeit gegen eine hoffnungslose materielle Lage, sie heimgeführt hatte, bemächtigte sich auch hier wieder seiner und trieb ihn unter Nichtbeachtung des unübersteiglichen Hindernisses seines Ehebandes nach Verheirathung mit Julie Ebergenyi zu streben, an die er sich, nach seinem Ausspruche, wie durch eine übernatürliche Macht gefesselt fühlte.

Aus zahllosen Stellen seiner Briefe ist zu entnehmen, daß der Gedanke einer Heirath sein Gedanke war, und daß er dessen Ausführung unablässig mit größter Energie verfolgte. Ja, so weit ging er in diesem Drängen, daß er die Geliebte nöthigte, sich bereits eines mit der Chiffre seines Geschlechts- und ihres Vornamens versehenen Petschafts zu bedienen und entgegen der Sitte, nach welcher die Ausstattungswäsche mit dem Mädchennamen bezeichnet wird, jene Wäschstempel mit derselben Chiffre fertigen zu lassen. Bei so unbändigem Drange seiner Leidenschaft mußte in ihm bald der Plan der Auflösung seines Ehebandes keimen und wurzeln, und die einzige Möglichkeit war der Tod seiner Frau. Für einen Mann, der, von andern Schändlichkeiten nicht zu sprechen, seiner Gattin, um frei zu werden, direct den Selbstmord zumuthen konnte, war bei der neugeschaffenen Situation nur ein kleiner Schritt zum Morde, und von einem Manne, der so selbstsüchtig und unedel denkt, daß er die Geliebte zum Morde ausziehen läßt, daß er sie schutzlos den Gefahren und ruhig den Folgen einer so verruchten That preisgibt, kann man alles, selbst das Schlimmste erwarten.

Die durch das Walten der göttlichen Gerechtigkeit erhaltenen Briefe des Grafen an seine Buhlerin während ihrer Reise nach München, die darin stets wiederkehrende Furcht, daß Julie Ebergenyi von der Ausführung der That abstehen könnte, die Erinnerung an den Eid, den sie ihm geschworen, den Mord zu vollbringen, die Hinweisung auf ihre Zukunft als seine Gattin, die Versicherung seiner ewigen Dankbarkeit für die That, sie alle beweisen schlagend, daß er sie durch stürmische Ueberredung, durch fortgesetztes Bedrängen, durch stetes Versprechen der Ehe zu dem Entschlüsse der That getrieben und mit Mühe darin befestigt hat, daß demnach seine Geliebte nur das Werkzeug in seiner Hand, und er der eigentliche Mörder seiner Gattin war.«

Die Untersuchung in dem Doppelproceß war geschlossen, sie hatte ein so überwältigendes Belastungsmaterial zu Tage gefördert, daß die Frage, ob der Spruch auf Schuldig oder Nichtschuldig lauten würde, kaum entstehen konnte. Die öffentlichen Verhandlungen boten deshalb auch nach dieser Richtung kein Interesse dar und weder die Richter, noch die Geschworenen, noch das Publikum befanden sich, wie in andern berühmten, unserer Sammlung einverleibten Criminalfällen, nach beendigter Beweisaufnahme in Aufregung oder nur in Spannung darüber, welches Verdict zu fällen sei, wie das Urtheil in Betreff der Schuld lauten würde. Es stand eben felsenfest, daß der Graf Chorinsky und Julie von Ebergenyi den Mord der Gräfin verabredet, daß Julie ihn ausgeführt und daß der Graf hierzu Rath gegeben und Beihülfe geleistet hatte. Der einzige Zweifel war, ob der Graf Chorinsky zurechnungsfähig sei und welche Strafe erkannt werden würde.

Der Neue Pitaval. Eine Sammlung der interessantesten Criminalgeschichten aller Länder aus älterer und neuerer Zeit. Die Stiftsdame Julie Ebergenyi von Telekes und der Graf Gustav Chorinsky Freiherr von Ledske (Wien und München. Giftmord.). 1867 und 1868. Leipzig, 1868.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.