Kein Grab ist stumm

 

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Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Betty Spitzeder (Betty Vio), geb. in Lübeck 1808 als Tochter des italienischen Edelmannes Francesco Vio, der eine herrliche Baßstimme besaß die auch auf der Bühne sehr gefeiert wurde. Mit fünf Jahren wurde Sp. schon in Kinderrollen auf dem Theater in Düsseldorf verwendet. Von dort kam sie mit ihren Eltern nach Wien, wo die Emigrantenfamilie von Aristokraten reichlich unterstützt wurde. Besonders interessierte sich Fürst Dietrichstein für die junge Sängerin und ließ sie bei Salieri und Cicimara ausbilden. Kaum 17 Jahre alt, wurde sie an die Hofoper engagiert, wo sowohl ihr schauspielerisches Talent wie ihre Gesangskunst große Triumphe feierten. Ihr zierliches Figürchen sowie ihre durchgeistigten Züge übten einen besonderen Reiz auf das Publikum aus. 1829 folgte sie einem Rufe nach Berlin zu Cerf und wurde dort die Nachfolgerin von Henriette Sontag. Sie hatte schweren Stand nach dieser berühmten Sängerin, allein sie unterlag nicht. Besonders war es die lebenswahre Auffassung der Rollen, eine seltene Eigenschaft bei Sängerinnen, die ihr die allergrößten Erfolge brachte. 1831 vermählte sie sich mit Josef Sp. in München und kehrte nach dessen Tode 1832 wieder nach Berlin zurück. »Zerline«, »Don Juan« und «Alice« in »Robert der Teufel«, gehörten zu ihren bedeutendsten Rollen. Nachdem sie in Graz ein zweites Mal geheiratet hatte, nahm sie ein Engagement bei Carl am Wiedner Theater an. Sie zog sich nach dem Tode Carls von der Bühne gänzlich zurück und ist 1872 gestorben.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.