Kein Grab ist stumm

 

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Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Vespermann Klara (geb. Mezger) geb. 1799 in München, in der Vorstadt Au. Schon als Kind wirkte sie auf dem Hoftheater mit, und da sie besondere Vorliebe zum Gesang zeigte und ihre Stimme angenehm wirkte, nahm Kapellmeister Winter daselbst Veranlassung, sie auszubilden. Er fand besondere Freude an ihrem Talent und nahm sie schließlich als seine Pflegetochter in sein Haus. Sie erregte dazumal schon als jodelnder Tirolerknabe großes Aufsehen.

1816 betrat sie als »Myrrha« in Winters Oper »Zaira« das erstemal die Bühne und gefiel außerordentlich. Nachdem sie noch als »Semiramis« aufgetreten war, unternahm sie eine längere Gastspielreise, auf der sie Leipig, Dresden und Berlin berührte, und fand überall, auch am Skalatheater in Mailand, glänzende Aufnahme und Anerkennung. 1819, bereits als dramatische Sängerin von Ruf, nach München zurückgekehrt, trat sie in den Verband der Hofbühne, und wurde in Würdigung ihrer Verdiente mit dem Titel einer Hoftheater-Sängerin ausgezeichnet.

Ihr Gatte, Wilhelm Vespermann, nahm entschieden den günstigsten Einfluß auf ihr Spiel und ihren Gesang. Ihre Stimme hatte einen Umfang von drei Oktaven, und entzückte sie durch ihre unendliche Kehlenfertigkeit und die einfache, schlichte Natürlichkeit ihres Gesanges. Ihr hinreißender Gesang verstummte nur zu bald. Schon 1827 (6. März) machte ein Schlaganfall ihrem Leben ein frühzeitiges Ende. V. wurde von allen Komponisten, in deren Opern sie sang, mit Lob überschüttet, und nannte Weber sie als »Agathe« im »Freischütz«, welche Partie sie am 5. April 1822 in München kreierte, »einzig und unerreichbar«.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.