Kein Grab ist stumm

 

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Neues allgemeines Künstler-Lexicon (1839)

Kristfeld, Philipp, Porzellanmaler, wurde 1796 zu Frankenthal im Rheinkreise geboren, wo sein Vater bei der Manufaktur als Arkanist angestellt war. Später kamen die Künstler jener Anstalt nach Nymphenburg, und so auch Kristfeld. Er besuchte jetzt die Akademie der Künste in München, und im Praktischen der Kunst, welche er übt, verdankt der dem berühmten Adler an der Porzellan-Manufaktur in München seine Ausbildung.

Bald wurde ihm königliche Unterstützung zu Theil, und zuletzt erhielt er selbst eine Anstellung an dem bezeichneten grossartigen Institute. Er erhielt mehrere ehrenvolle Aufträge, deren er sich mit voller Zufriedenheit entledigte; denn Kristfeld ist ein vorzüglicher Künstler seines Faches, wie die Bilder beweisen, welche er für die berühmte Sammlung von Platten- und Tellergemälden des Königs von Bayern gemalt hat.

Wie diese Gemälde ursprünglich nur ein Service zieren sollten, haben wir in der 1834 für die bayerischen Annalen bearbeiteten Geschichte der k. b. Porzellan-Manufaktur erzählt, und dort ist auch ein Verzeichnis der Gemälde zu finden, welche Kristfeld für diese Sammlung ausgeführt. Es sind dieses Copien nach berühmten Originalgemälden der k. Pinakothek, nach G. Dow, Rubens, Rembrandt, F. Mieris, Murillo, L. Cranach etc.

Dazu kamen, seit jener Zeit: die betende Alte nach G. Dow, die Kreuzerhöhung nach Rembrandt, der Marktschreier nach G. Dow, der Mandolinspieler, und die Mandolin-Spielerin, alle vier auf Porzellan-Platten trefflich ausgeführt. Acht Teller hat er mit Nachbildung von Antiken in Onixmalerei geziert. Dann malte er auf eigene Rechnung den Abschied des Königs Otto in Griechenland nach Bodmer auf eine kleine Platte.

Neues allgemeines Künstler-Lexicon; VII. Band; Verlag von E. A. Fleischmann; München, 1839.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.