Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Fischer Heinrich Karl Josef, von, 1782 (Mannheim) 1820, Baukünstler, Oberbaurat und Akademieprofessor; schon 14-jährig kam F. nach München, wo er beim Hofarchitekten M. von Verschaffelt lernte, 1799 ging er nach Wien, wurde Schüler bei J. Platzer und erhielt für ein Theaterprojekt einen Preis; zum Bau eines Herrensitzes für Prälat P. de Salabert (heutiges Prinz-Karl-Palais) wurde er von Montgelas nach München, das sein großes Wirkungsfeld werden sollte, berufen; F. hat der Stadterweiterung Münchens zu Beginn dies 19. Jahrhunderts ihr gerades Gesicht gegeben; die Anlage der Ludwigs- und Maximilians-Vorstadt, der Brienner Straße und des Königsplatzes ist ihm zu verdanken, dessen Vorschlägen die Stadtplanung folgte; nach Fs. Plänen entstand auch das Viertel am Karolinenplatz mit seinen acht Adelspalais, das im Briefwechsel mit Goethe unter seinem Namen erwähnt ist; sein Hauptwerk blieb das Münchner Hoftheater (1811/18), das auch nach dem Brand von 1823 selbst von einem so eigenwilligen Architekten wie L. von Klenze nach den alten Plänen wieder aufgebaut (1963 in Fischers Stil nach der Zerstörung von 1944 wiedererrichtet) wurde; von F., nicht, wie bisher vermutet, von Klenze stammen die Pläne für das (nun wiederaufgebaute) Leuchtenberg-Palais, für die Walhalla bei Regensburg, für die Glyptothek und für die Nordseite der Münchner Residenz; F., dessen Werke mit anderen gleichzeitigen europäischen Rang haben, fand erst in jüngster Zeit anläßlich des Wiederaufbaus des Hoftheaters durch die Forschungen O. Hederers seine gerechte Würdigung.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.