Kein Grab ist stumm

 

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Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Zuccarini Franz Anton, geboren in Mannheim 1754, besuchte als Kind die dortige Tanzschule und wirkte frühzeitig in Operetten am Französischen Theater mit. Als dieses aufgehoben wurde, kam das deutsche Schauspiel an dessen Stelle und zu dieser Zeit verdiente sich Z. die ersten Sporen. Er ging bald nach Hamburg und hatte dort das Glück, nicht nur von Schröder engagiert zu werden (1780), sondern der Meister übernahm auch die weitere Ausbildung seines Talentes, das er bis zur vollsten Reife leitete. Zwölf Jahre verblieb er in Hamburg und erzielte daselbst, sowie auf von dort unternommenen Gastspielreisen nach Prag, Dresden, Berlin etc. stets die glänzendsten Erfolge. Besonders als »Marquis Posa« stand er auf der Höhe seiner Leistungen als Heldenliebhaber. 1792 verließ er Hamburg, um einem Rufe an das Münchener Hoftheater zu folgen, dem er bis zu seiner Pensionierung (1816) angehörte. Hier waren es wieder Heldenväter-Rollen, die ihn in die Reihen der ersten Repräsentanten dieses Faches stellten. Während seiner hervorragenden künstlerischen Tätigkeit in München hatte er das besondere Glück, mehrere klassische Partien zu kreieren. So war er daselbst am 4. März 1802 der erste »Macbeth«, am 11. September 1806 der erste »Tell«, am 4. April 1804 der erste »Wallenstein« (»Piccolomini«) und am 7. Juni 1802 der erste »Philipp« in »Don Carlos«. In keiner dieser Rollen erhielt er zu seinen Lebzeiten einen ebenbürtigen Rivalen. Er starb am 9. Februar 1823, nachdem er längere Zeit der wohlverdienten Ruhe gepflogen hatte.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

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