Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Schwind Moritz, von, 1804 (Wien) - 1871, Historienmaler, Zeichner und Akademieprofessor; Schüler von L. F. Schnorr von Carolsfeld in Wien, kam Sch. 1828 nach München, um bei P. von Cornelius zu studieren; nachdem er an der Ausschmückung von Bauten Ludwigs I. mitgewirkt und zur Ausmalung von Hohenschwangau Entwürfe geliefert hatte, reiste er 1832 nach Rom, ohne dort nachhaltige Eindrücke zu gewinnen; nach München zurückgekehrt, malte er den Saal Rudolfs von Habsburg im Königsbau der Residenz aus, wirkte 1839/44 in Karlsruhe und dann kurz in Frankfurt; 1847 wurde Sch. Professor an der Münchner Akademie; er, der Hauptmeister der deutschen Spätromantik, ist in seinen Wandbildern (München-Residenz, Karlsruhe-Kunsthalle und Ständehaus, Wartburg, Wiener Opernhaus u. a.), die, obwohl nicht ganz frei von Schwächen (Hohenschwangau), koloristisch wie stimmungshaft individuelle Züge zeigen, den Nazarenern bedeutend überlegen; sein Bestes und Bleibendes aber gab Sch. in seinen Tafelbildern (zyklische Kompositionen und Einzelbilder, Stoffe meist aus deutschen Märchen, Dichtung und Volkslied), besonders in Ölbildern, in denen romantischer Zauber der Landschaft, Innigkeit und ungesuchte Schlichtheit mit viel Naturbeobachtung sich paaren; ein Großteil seiner Ölgemälde ging beim Brand des Münchner Glaspalastes (1931) zugrunde.

Hauptwerke: Wandbilder: Genovefa im Tiecksaal der Münchner Residenz, Leibliche Werke der Barmherzigkeit auf Wartburg, Fresken in der Pfarrkirche von Bad Reichenhall, Tafelbilder: Huldigung der Künstler an Maria, ehemaliger Hochaltar der Münchner Frauenkirche, St. Wolfgang (in der Schack-Galerie), Kartons zu Glasfenstern für Kirchen in Glasgow und London; Werke herausgegeben von O. Weigmann, 1906.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.