Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Odysseus Leonidas, 1824 (Pamassos/Griechenland) - 1836, griechischer Knabe; im Gefolge des Mauromichalis war dieser nach München gekommen und der Cholera erlegen; auch sein Grabmal, gestiftet von Ludwig I. und geschaffen von L. von Klenze, im zierlichen Klassizismus, etwas kleiner als das von Mauromichalis, ist griechisch (vorne) und deutsch (hinten) beschriftet und erinnert an das traurige Schicksal eines in fremdem Land gestorbenen Kindes; den Text der Inschrift dürfte wohl Ludwig I. selbst verfaßt haben: »Hier ruht Leonidas, Sohn des Odysseus, Enkel des Andrustos, als Knabe gestorben zu München, den 8. Dezember 1836. Das Denkmal errichtete ihm ein alter Griechenfreund, Ludwig I., König von Bayern. - Würdig der Klagen war ich von treuen, guten = Männern entsprossen = welche für Thaten des Ruhms schmerzliches = Schicksal erlöst = den Großvater vertilgte der mitleidlose = Tyrann mir tötlichen Gifttrank ihm reichend = mit tückischer List = und den Erzeuger, der nie in dem = Kampf der Waffen besiegt ward = stürzten von hohem Turm feindliche = Männer herab = aber die Mutter, die mich in Parnassos = Höhlen geboren = hat in dem zwölften Jahr hier den = Gestorbenen beweint.«

Epigramm wurde von P. Prosper Wagner O.F.M. Cap., München, St. Anton, entziffert.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.