Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Will Anton, Dr. med., 1756 (Straßburg) - 1821, Medizinalrat, Begründer und erster dirigierender Professor der Tierarzneischule in Bayern; Sohn eines Regimentschirurgen, studierte W. in Amberg und Ingolstadt; schon mit 21 Jahren arbeitete er unter dem Anatomen Dr. Leveling als Prosektor, Präparate von ihm gelangten nach Paris und London; nach dreijährigen Studien in Alfort wurde W. 1784 Professor der Tierarzneikunde in Ingolstadt (dieses Lehrfach hatten auch Mediziner und Juristen zu besuchen!); später auch Rat des Collegium medicum und Oberster Tierarzt von Pfalzbayern, gründete er (Dekret vom 26.III.1790) die Tierarzneischule in Bayern, nach Ws. eigenen Angaben die »vollkommenste von ganz Europa«; seit 1810 war W. erster dirigierender Professor; W. hatte bei den Viehseuchen sehr gegen die Abneigung gegen die Veterinärwissenschaft und den populären Aberglauben zu kämpfen, statt des bisherigen Empirismus führte er die »rationelle Behandlung« ein; er war ein geübter Diagnostiker und Therapeut, kundig in der theoretischen und praktischen Hufbeschlagslehre, in der Zucht, Wart und Pflege der Haustiere und in der Landwirtschaft (Mitstifter des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern); König Max I. von Bayern stiftete das (nicht mehr erhaltene) Denkmal.

Werke: Kurzer Unterricht über Zungenkrebs, Vorbeugungsanstalten usw. gegen die Pferde-, Hornvieh- und Schweinsseuche, Nöthiger Anhang zum Unterricht über den Milzbrand, Unterricht für den bayr. Unterthan, wie selber sein Vieh für Krankheit und Seuche bewahren usw. soll, Bemerkungen der gewöhnlichen Entsteh- und Verbreitungsursachen der Viehseuchen usw., Volksunterricht bei der wahren Hornviehseuche usw.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.