Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Baumgartner Anton, Lic. jur., 1761 (München) - 1831, Münchner Polizeidirektor und Baurat; er studierte auf der Universität in Ingolstadt; 1783 finden wir B. als Auditor beim Kurfürstlichen Leibregiment in München und zugleich als Assessor beim Justizdepartement im Hofkriegsrat; auf Veranlassung seines Gönners, des Grafen von Rumford, wurde B. 1790 Hofkriegsjustizrat und 1797 zusammen mit J. M. von Babo und J. F. von Lipowsky Oberpolizeikommissär; im Zuge der Organisation der Generallandesdirektion unter König Max I. wurde B. als Stadtpolizeidirektor Vorstand der Deputation für die Polizeigeschäfte; durch seine unzähligen Polizeierlasse zur Durchführung der Säkularisation (Klosteraufhebungen, Verbot der mitternächtlichen Weihnachtsmetten, der Feiertage und Wallfahrten) machte er sich bei der Münchner Bevölkerung sehr unbeliebt, obwohl er zusammen mit Graf Rumford viel für die Armen tat; als Polizeidirektor von München hat B. auch ein »kleines Polizei-Versatzamt« errichtet und 1805 eine gedruckte Übersicht über die Münchner Polizei herausgegeben; »Hercules dürfte ein leichteres Geschäft gehabt haben, Augias Stall zu reinigen, als das Geschäft des Titl. Baumgartner ist, eine ganz in Unordnung gerathene und Jahre lang in selber erhaltene Polizey-Registratur wieder in Ordnung zu bringen« (Pro Memoria vom 30. VII. 1805); als Polizeidirektor hat er auch namhafte Amtsverschuldungen hinterlassen; später hat B. als Baukommissionsrat eine statistische Beschreibung von München verfaßt; beim Brand des Münchner Hof- und Nationaltheaters am 14.1.1823 soll er persönlich mitgelöscht haben.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.