Kein Grab ist stumm

 

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Artistisches München im Jahre 1835 (1836)

Amsler, Samuel, 1794 zu Schinznach im Argau in der Schweiz geboren. Neben landwirthschaftlichen Geschäften widmete er die übrige Zeit von früher Jugend an vorzugsweise dem Zeichnen, später, unter beschränkter Anleitung, den Versuchen, auf Kupfer zu radiren, welche ihn alsdann auch bestimmten, sich dem Kupferstecher-Fache zu widmen. Im Jahre 1810 kam er daher nach Zürich zu L. Oberkayler, dann zu dem bekannten L. Lips in die Lehre. 1814 besuchte er zu seiner weitern Ausbildung die königl. Akademie der Künste in München, wo er unter der Leitung des damaligen Professors C. Heß die ersten Versuche, nach Gemälden zu stechen, machte. Im Jahr 1816 reiste er nach Rom, wo er bald die meiste Zeit, als Kupferstecher, von Thorwaldsen für dessen Werke beschäftigt ward. 1820 besuchte er von dort aus sein Vaterland, und kehrte in selbem Jahre wieder nach Rom zurück, wo er während dem letzten Jahren seines Aufenthaltes daselbst mehrere Zeichnungen nach Raphael’schen und andern Gemälden, zu künftigen Stichen bearbeitete; und zugleich begann er den Stich des Alexanders Triumphzug in Babylonien, in 21 Blättern, nach Thorwaldsen, und aus Auftrag für denselben.

Im Spätjahr 1824 verließ er zum zweitenmale Rom, um in seiner Heimath neben der Fortsetzung vorbenannten Werkes, den beabsichtigten Stich der Raphael’schen Grablegung Christi, aus der Gallerie Borghese, auszuführen. Im Jahre 1829 erhielt er von Sr. Majestät dem Könige Ludwig von Bayern den Ruf, als Professor der Kupferstecher-Schule, an die königl. Akademie nach München, welchem er auch bald darauf folgte; hier vollendete er nun die beiden oben benannten Arbeiten, und ist nun mit der Vollendung einer andern großem Platte nach Raphael, eine heilige Familie vorstellend, aus der königl. Kabinets-Gallerie in München, beschäftigt.

Die Zahl seiner sämmtlichen, bis dahin gestochenen kleinern und größern Arbeiten belauft sich über 100 Blätter.

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835. München, 1836.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.