Kein Grab ist stumm

 

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Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen (1889)

Max Benedikt Hebberling,

Königlich Bayerischer Generallieutenant z. D.
Geb. 21. Juli 1814 zu Neuburg a. d. D.; gest. 10. August 1888 zu München.

Sohn eines Königlichen Hofkammerrathes, trat er nach absolvirtem Cadettencorps 1834 den 31. Juli als Junker des 15. Infanterie-Regiments in die Armee und wurde 1835 den 28. October zum Unterlieutenant im Regiment befördert. 1837 als Inspectionsoffizier ins Cadettencorps commandirt, verrichtete er daselbst von 1842 bis 1844 Adjutantendienste, wurde 1846 den 29. Mai zum Oberlieutenant befördert, vermählte sich in diesem Jahre mit Pauline v. Krempelhuber, aus welcher Ehe nebst der Wittwe mehrere Töchter und ein Sohn als Artillerie-Premierlieutnant leben, und wurde 1847 den 21. Mai zum Infanterie-Leibregiment versetzt. 1849 den 9. October zum Hauptmann 2. Klasse im 8. Infanterie-Regiment »Sekkendorf« befördert, dort 1855 den 31. März Hauptmann 1. Klasse, wurde er 1859 den 9. März Major im 10. Infanterie-Regiment, 1861 den 22. October zum 15. Infanterie-Regiment versetzt, und 1862 den 11. September zum Vorstand und Commandanten der seit vier Jahren erst errichteten Kriegsschule in München ernannt. 1866 den 20. Mai bei zeitweiliger Auflösung der Kriegsschule, zum 1. Infanterie-Regiment versetzt, bald mit der Führung des 4. Jäger-Bataillons beauftragt, machte er mit demselben den Feldzug 1866, besonders die Gefechte bei Uettingen-Waldbrunn, mit, und wurde unterm 17. August dieses Jahres zum Oberstlieutenant und Bataillonscommandeur befördert, jedoch bereits 1867 den 7. Februar bei der Neuorganisation der Militär-Bildungsanstalten zum Commandanten des Cadettencorps ernannt. 1870 den 1. Februar zum Obersten befördert, hatte er vom 1. Mai desselben Jahres an die Inspection der Militär-Bildungsanstalten mit zu versehen. Im Kriege 1870/71 wurde er zum Truppencommandanten der Festung Ulm (rechtes Ufer) ernannt, aber bereits 22. September 1870 wieder als Commandant des Cadettencorps zurückbeordert. 1873 den 26. Januar zum Commandanten der Festung Ingolstadt, am 1. Mai des Jahres Generalmajor und Commandeur der 4. Infanterie-Brigade, wurde er 1874 den 22. December im Reichsdienst zum Commandanten der Festung Ulm ernannt, 1875 à la suite der Armee gestellt, 1878 den 1. December zum Generallieutenant charakterisirt und ist 1882 den 26. November in Pension getreten, unter Anerkennung der nahezu fünfzigjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste und mit Verleihung des Prädikates »Excellenz«. Vorzugsweise in militärisch-pädagogischer Art thätig, verstand es der stattlich schöne Mann, mit der nöthigen militärischen Strenge Humanität und Bildungsformen gut zu verbinden, und wirkte hierdurch anregend auf die Jugend. Das Comthurkreuz des Militär-Verdienst-Ordens, das Ritterkreuz des Michael-Ordens, der Preußische Kronen-Orden und das Comthurkreuz 1. Klasse des Württembergischen Friedrich-Ordens zierten seine Brust. K.

Nekrologe von im Jahre 1888 verstorbenen hervorragenden Offizieren: Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen. 15. Jahrgang 1888. Berlin, 1989.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.