Kein Grab ist stumm

 

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Neuer Bayerischer Kurier für Stadt und Land (1866)

Philharmonischer Verein.

Die am verflossenen Sonntag stattgehabte Matinée zeichnete sich durch talentirte musikalische und deklamatorische Novitäten aus, deren Auftreten uns zu der wiederholten Ansicht brachte, daß wir es dem Gründer dieses Vereines, dem sel. Vater Schönchen wie seinem Sohne, dem strebsamen und unermüdeten jetzigen Leiter Hrn. Prof. H. Schönchen zu besonderem Danke wissen dürfen, jungen - für das Bühnen- wie musikalische Kunstfach - sich heranbildended Talenten Gelegenheit zu verschaffen, die Produkte ihres Fleißes und ihrer Fähigkeit vor das Forum der Oeffentlichkeit gelangen zu lassen.

Besonderes Interesse in dieser Matinée, welche von den HH. A. Geiger, P. Moralt und C. Thoms mit einem Trio von Täglichsbeck eröffnet wurde, erregten die Deklamationsvorträge von Frln. Marie Beilhack, einer begabten Schülerin von Frau Schunke. Gemäß der schönen, wohldurchdachten Auffassung, als auch des innigen, zu Herzen sprechenden Vortrages der beiden Gedichte: »Erdenfluch und Himmelssegen«, von Saphir und »der Christbaum«, von J. Weil (letzteres mit Pianofortebegleitung von Proch) gelangten wir zu der Ueberzeugung, daß Frln. Beilhack ein vielversprechendes Bühnentalent besitzt, und - ausgestattet mit anmuthiger Persönlichkeit - bei fortgesetztem sorgsamen Studium einem schönen Ziele auf ihrer nun angetretenen Künstlerlaufbahn entgegen gehen wird.

Neuer Bayerischer Kurier für Stadt und Land Nr. 327. München, Donnerstag den 29. November 1866.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.