Kein Grab ist stumm

 

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Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Lanzlott Rosa, geboren in München. Ihre Ausbildung erhielt sie von Louise Söltel (geboren 1822, gestorben am 10. September 1887 in München, war von 1838 bis zu ihrem Tod Mitglied des Münchner Hoftheaters, in Charakterrollen sehr geschätzt. Sie war eine hochgebildete Dame, die ungewöhnlich reiche Kenntnisse in Sprachen besaß. Sie übersetzte aus dem Latenischen und Griechischen, war der französischen, italienischen und englischen, auch der polnischen, russischen und spanischen Sprache mächtig und besaß eine ebenso umfassende literarische wie musikalische Bildung). Schon als junges Mädchen kam L. ans Münchner Hoftheater, in dessen Verband sie am 1. Mai 1853 trat und zuerst im Fache der naiven Liebhaberinnen erfolgreich beschäftigt wurde. Später ging sie ins ältere Fach über und tritt heute hauptsächlich nur noch in Chargen auf. Dieses verdienstvolle und älteste weibliche Mitglied des Münchner Hoftheaters war namentlich in Raimundschen und Schleichschen Stücken beliebt, in denen sie sowohl den schauspielerischen wie gesanglichen Teil zur besten Geltung brachte. Gegenwärtig ist sie ausgezeichnet in volkstümlichen Nebenpartien, die eine gewisse Derbheit vertragen, und mag die Rolle auch noch so klein sein, L. verrät in jedem Satz die gewiegte Schauspielerin. Sie ist ausgezeichnet mit der goldenen Ehrenmünze des königlich bayerischen Ludwigsordens - eine Dekoration, die höchst selten verliehen wird - und gehört der ruhmreichen Vergangenheit der bayerischen Hofbühne an.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.