Kein Grab ist stumm

 

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Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen (1888)

Militärische Jahresberichte für 1888.

Clemens Wenzeslaus v. Schedel, Königlich Bayerischer Generallieutenant z. D. Geb, 11. Juni 1802 zu Dillingen in Schwaben; gest. 18. März 1888 zu München.

Derselbe war der Sohn eines Bayerischen Oberlieutenants, welcher 1807 den 13. Mai In dem Gefecht bei Sierock gefallen ist. trat aus dem Cadetten-Corps 1822 den 12. Oktober als Unterlieutenant in das 1. Artillerie-Regiment, war 1825 bis 1827 bei der Ouvrier-Compagnie. Sehr bald darauf, 1831 den 3. Oktober, als Lehrer der Waffenlehre und Taktik in das Cadetten-Corps commandirt, wirkte er daselbst 17 Jahre, wurde 1833 Oberlieutenant, 1841 Hauptmann 2. Klasse, 1846 Hauptmann 1. Klasse und 1848 den 21. August Major im 2. Artillerie-Regiment »Zoller«; er verfaßte eine »Waffenlehre«, die mehrere Auflagen erlebte.

Im Mai 1849 bis October desselben Jahres war er als Feld-Artilleriecommandant mit drei Batterien beim Truppen-Commando in der Pfalz, wurde am 9. October dieses Jahres in den Generalstab versetzt, 1850 im September Generalstabschef bei der 1. Division, hierauf commandirt beim Armee-Commando am Main, bis 1851 den 28. Februar bei dem mobilen 2. General-Commando zugetheilt und am 5. Juni dieses Jahres Generalstabschef beim I. Armee-Corps. 1852 Oberstlieutenant, 1856 den 31. Januar zum Oberst im Generalstabe befördert, wurde er 1858 den 14. Oktober zum Commandanten der neuerrichteten Kriegsschule ernannt. 1859 den 5. Juni wieder Generalstabschef beim Generalkommando Nürnberg und während der Mobilisirung dieses Jahres bei der 3. Infanterie-Division, wurde er 1862 den 22. Januar zum Generalmajor befördert und zum Commandanten der Bundesfestung Ulm ernannt. 1866 den 31. März Commandant der Stadt Passau und der Feste Oberhaus, am 20. Mai dieses Jahres als ad latus zum General-Commando München versetzt, versah er mehrfach, auch im Kriegsministerium commandirt, die Stellvertretungen in Urlaubsfällen. 1869 zur 1. Armee-Division versetzt, trat er wegen zunehmender Kränklichkeit, 1870 den 1. Februar, in Pension, wobei ihm der Charakter als Generallieutenant verliehen ward.

1838 vermählt, hinterläßt er einen Sohn, zur Zeit Rittmeister im 5. Chevaulegers-Regiment, und eine Tochter. v. Schedel war stets äußerst eifrig, fleißig, wohlwollend und hinterläßt bei Allen, die ihn kannten, besonders bei seinen früheren Schülern, freundliches Andenken. Vielfache Auszeichnungen wurden demselben zu Theil, so das Ritterkreuz des Verdienst-Ordens der Bayerischen Krone, das Ritterkreuz 1. Klasse des Michaels-Ordens, das Großkreuz des Württembergischen Friedrichs-Ordens, das Offizierskreuz des Königlich Griechischen Erlöser-Ordens, der Kaiserlich Oesterreichische Orden der Eisernen Krone 2. Klasse, und das Ritterkreuz des Hessischen Wilhelms-Ordens.

K.

Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen. Berlin, 1888.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.