Kein Grab ist stumm

 

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Abendblatt (1861)

Wissenschaftliche und Kunstnotizen.

München, 18. Januar. Der philharmonische Verein, diesmal geleitet durch den Pianisten Heinrich Schönchen, da dessen Vater bedenklich erkrankt darniederliegt, beging neulich unter dem ehrenden Besuche Sr. k. Hoheit des Prinzen Adalbert und dessen hoher Gemahlin sowie einer Elite des Adels die erste musikalische Matlnée im laufenden Jahre. Hervorragende künstlerische Kräfte unterstützten diesmal das Ganze und so können wir sagen, daß Piece für Piece ein wahrer Genuß für den Zuhörer war.

Ein Trio für Clavier, Violin und Cello, von Haydn, zart und geistig, ward von Hrn. Schönchen und den k. Hofmusikern HH. Wilkoszewski und Sigl aufs klarste und mit sichtbarem Beifalle vorgetragen.

Frln. Marie Doll, eine junge Gesangsschülerin unseres bekannten Vocalmusikdocenten Lenz trug zwei gediegene schöne Lieder ihres Lehrers »König Konradin vor seinem Zuge nach Italien« und »Konradin im Gefängnisse«, ged. von Söltl mit ergreifender Wärme und überraschendem Verständnisse vor; die gute Durchführung der Romanze aus »Figaro’s Hochzeit« und eines Liedes von Fr. Lachner erwarben ihr weitere günstige Aufnahme.

Abendblatt zur Neuen Münchener Zeitung Nr. 16. Freitag, 18. Januar 1861.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.