Kein Grab ist stumm

 

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Die bildende Kunst in München (1842)

Fr. Michael Neher,

geboren 1798, 31. März zu München, sollte sich nach dem Willen seines Vaters, eines Malers, gelehrten Studien widmen, und durfte nur neben dem Besuche der lateinischen Schule am Zeichnungs-Unterrichte des Professors Mitterer Theil nehmen. Da sich seine Anlagen zur Kunst indessen immer mehr entwickelten, wurde ihm endlich erlaubt, die Akademie zu besuchen. Im steten Kampfe und unter beständigen Uebungen in den verschiedenen Kunstzweigen entfaltete sich lange Zeit keine vorherrschende Richtung bei ihm; nach und neben einander versuchte er sich in der Historienmalerei, in landschaftlicher Darstellung und in der Architektur-, so wie in der Bildnißmalerei, begab sich dann nach Italien, wo er in mehreren Städten Bildnisse und Gegenstände des gewöhnlichen Lebens ausführte, und dann auch nach Rom ging. Hier beschäftigte er sich mit dem Studium der großen Meisterwerke und mit der Darstellung ansprechender Scenen aus dem italienischen Volksleben. Nach sechs Jahren, 1826, kehrte er nach München zurück und führte hier mehrere der dort gesammelten Skizzen in schönen Oelbildern aus; jetzt erschien aber die Architekturmalerei bei seinen Werken häufig als die Hauptsache, und er stellte Markt- und andere öffentliche Plätze mit Figuren und architektonischen Ansichten dar, die den altertümlichen oder neuen Charakter der Baukunst zeigen und in deren Umgebung Scenen des Volkslebens geschildert werden.

Im Aufträge des Kronprinzen von Bayern führte er auf der Burg Hohenschwangau mehrere historische Gemälde in Fresko aus.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.