Kein Grab ist stumm

 

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Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Schwartz Johanna geboren in Hamburg (verehel. gew. Hanfstängl), begann ihre theatralische Laufbahn in Würzburg. Bevor sie sich dem rezitierenden Drama zuwendete wirkte sie als Sängerin und zwar sang sie an der königl. Oper in Berlin mit vielem Erfolg Partien wie: »Gräfin« in »Figaro«, »Agathe« in »Freischütz« etc. Nach kurzem Wirken daselbst trat sie als jugendlich-dramatische Sängerin in den Verband des Hoftheaters in Karlsruhe, woselbst sie acht Jahre als hervorragendes Mitglied des Opernensembles wirkte.

Nichtsdestoweniger fühlte sie sich zum Schauspiel hingezogen und nachdem sie als »Preziosa« und »Gretchen« untrügliche Beweise ihres dramatischen Talentes gegeben hatte, beschloß sie ernstlich den Übergang zur ausschließlichen schauspielerischen Tätigkeit. Bevor sie jedoch diesen vollständigen Wechsel in ihrer künstlerischen Wirksamkeit ausführte, war sie während der letzten zwei Jahre ihres Engagements in Karlsruhe sowohl in der Oper als auch im Schauspiel tätig, und zwar vertrat sie stets ein erstes Fach.

1881 wurde die Künstlerin für das Hoftheater in Berlin verpflichtet, woselbst sie bis 1889 als Heroine, resp. tragische Liebhaberin äußerst erfolgreich wirkte. »Iphigenie«, »Orsina«, »Maria Stuart«, »Jungfrau von Orleans«, »Antigone« etc. gehörten zu ihren beliebtesten Leistungen. Da mußte sie sich infolge ernster andauernder Krankheit von der Bühne zurückziehen, die sie erst nach vier Jahren wieder betrat.

Sie folgte 1894 einem Ruf an das Hoftheater in München, woselbst sie das Fach der Mütter, Heldinnen und älteren Anstandsdamen mit entsprechender Würde und Noblesse vertritt.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.