Kein Grab ist stumm

 

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Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Sendtner Otto, Dr. phil., 1814 (München) - 1859, Botaniker und Universitätsprofessor; er studierte in München Naturwissenschaften, namentlich Mineralogie (bei J. N. von Fuchs) und Botanik (bei K. Schimper), dann wandte er sich der Medizin zu, mußte aber gesundheitlichen Rücksichten dieses Ziel aufgeben; während seiner Tätigkeit als Privatsekretär und Archivar bei einem in Schlesien begüterten Kammerherrn machte er Forschungen über die Kryptoflora des Sudetengebirges; 1841 wurde S. Konservator des Leuchtenbergschen Naturalienkabinetts in Eichstätt; die große Wendung in seiner Laufbahn erfolgte, als er mit einem Stipendium König Ludwigs I. Studienreisen nach Montenegro und dem Orient machen konnte; er beschäftigte sich dabei sehr eingehend mit der Flora der betreffenden Länder; 1854 wurde S. Professor der Botanik und Konservator des Herbariums in München.

Hauptwerke: Enumeratio plantarum in itinere Sendtneriano in Bosnia lectarum, Solanaceen, Celastrineen, De Cyphomandra, novo Solanacearum genere tropicae Americae, Die Vegetationsverhältnisse Südbayerns, Die Vegetationsverhältnisse des baierischen Waldes (unvollendet); viele botanische Namen führen am Schluß die Bezeichnung »Sendt.«, die auf die Forschungen Ss., der auch »Bayerns zweiter Schrank« genannt wird, hinweist; anläßlich eines Besuchs bei seinem Freund Dr. J. N. Sepp entdeckte S. am Blomberg bei Bad Tölz ein Jodblümchen, das die Entdeckung der berühmten Heilquelle, die Tölz zum Bad- und Kurort machte, veranlaßte.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.