Kein Grab ist stumm

 

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Die Bildende Kunst in München (1842)

Ferdinand Jodl,

der Sohn eines k. Baukondukteurs, wurde im Jahre 1805 in München geboren, besuchte die lateinische Schule und widmete sich dann unter der Leitung seines Vaters so eifrig dem praktischen Bauwesen, daß er schon im Jahre 1825 als Baukondukteur angestellt wurde und bei allen großen Bauten nach Klenze’s Entwürfen vielfach beschäftigt wurde und durch diesen seine eigentliche Ausbildung erhielt.

Im Jahre 1825 wurde er mit Dominik Quaglio bekannt, mit dem er fortan in inniger Freundschaft lebte, und dann mit ihm die Herstellung des Schlosses Hohenschwangau besorgte, wobei er die Bausachen beinahe ganz allein leitete. Durch ihn wurde er zur Architekturmalerei ermuntert, der er sich bald unter der Anleitung des geehrten Künstlers mit großem Eifer widmete, und sich auch mit Vorliebe der Darstellung mittelalterlicher Baudenkmäler zuwendete. Schon die ersten schön ausgeführten Oelbilder dieser Art, die zweimalige Darstellung von Hohenschwangau, deren eine der König kaufte, veranlaßen diesen, den Künstler im Jahre 1839 nach Frankreich, den Niederlanden und Holland reisen zu lassen, woher er viele treffliche Skizzen zurückbrachte, von welchen er bereits mehrere im Geiste Quaglio’s ausführte. Doch nicht bloß einzelne Ansichten großartiger Kirchen und öffentlicher Gebäude des Mittelalters gibt er mit Treue und harmonischer Färbung, sondern auch die Bauwerke der neueren Zeit, die Strassen und öffentlichen Plätze in richtiger Perspektive, die ihm einen ehrenvollen Rang unter den Architektur-Malern sichern.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die Bildende Kunst in München. München, 1842.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.