Kein Grab ist stumm

 

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Gelehrtes München im Jahre 1834

Zuccarini, Jos. Gerhard, außerordentl. Professor der Botanik an der Ludwigs-Maximilians-Universität, außerordentl. Mitglied der königl. Akademie der Wissenschaften, und Adjunkt des botanischen Conservatoriums in München, geboren 1797 den 12. August in München. Sohn des Franz Anton Zuccarini, Regisseur des königl. Hoftheaters, und Katharina Lang, königl. Hofsängerin.

Er besuchte in seiner Jugend die öffentlichen Schulen, das Gymnasium und Lyceum in München, und bezog im Herbste 1815 die Universität Erlangen, um Medizin zu studieren, beschäftigte sich aber während seines Universitätskursus, so wie schon früher auf dem Lyceum, vorzugsweise mit Naturgeschichte. Nach seiner Zurückkunft von Erlangen im Herbste 1819 widmete er sich ganz dieser Wissenschaft. Unter der Leitung des Hrn. geh. Rathes v. Schrank nahm er an den wissenschaftlichen Arbeiten des königl. botanischen Gartens Theil, und untersuchte zugleich die in botanischer Hinsicht nach wenig bekannten Umgebungen der Hauptstadt. Als im Herbste 1820 die Herren v. Martius und v. Spix aus Brasilien zurückkamen, erhielt Zuccarini den Auftrag, an der Aufstellung und Bearbeitung des großen, von dort mitgebrachten Herbariums Antheil zu nehmen. In Folge dessen bearbeitete er den ersten Theil der Nova genera et species plantarum brasiliensum (M. siehe unten). Im Jahre1823 ward er zum Adjunkten der königlichen Akademie der Wissenschaften ernannt, und ihm zugleich das Lehramt der Botanik am Lyceum etc. übertragen, nachdem er schon seit 1822 zugleich freiwillig öffentliche Vorträge über Botanik am botanischen Garten gehalten hatte. Diese Vorträge wurden bei der Errichtung der medizinischen Schule im Jahre 1825 fortgesetzt, und Zuccarini endlich, als die Universität von Landshut nach München versetzt wurde, im Jahre 1827 zum außerordentlichen Professor der Botanik an derselben, und zum außerordentlichen Mitgliede der königlichen Akademie der Wissenschaften ernannt. In der Zwischenzeit hatte er ausser mehreren unten erwähnten Abhandlungen das Material zu seiner Flora von München vollständig gesammelt, und durch viele Reisen Stoff zu einer größern Flora des ganzen Königreiches zusammengetragen. Seitdem beschäftigte ihn ausser seinen Vorlesungen über »allgemeine Botanik, Forstbotanik, ökonomische und technische Botanik und allgemeine Naturgeschichte des Pflanzenreiches,« vorzüglich seine nun vollendete deutsche Forstbotanik und weitere Vorarbeiten zu der Flora bavarica.

§. §. Nova genera et species plantarum, quas in itinere per Brasiliam jussu et auspiciis Maximiliani Josephi I. Bavar. Regis august. suscepto collegit et descripsit. Dr. C. F. P. de Martius etc. Pingendas curavit et secundum auctoris schedulas digessit Dr. J G. Zuccarini, Vol. I. cum tab. 1 - 100. 4. Flora der Gegend um München von Dr. J. G. Zuccarini. Erster Theil. Phanerogamen. 8. München, ,1829. Lindauer. (418 S.) Charakteristik der deutschen Holzarten im blattlosen Zustande. 1. 2. 3. Heft mit 27 Tafeln. 4. München, 1830 - 1 32. Cotta. Handbuch der deutschen Forstbotanik. 8. München, 1832. Cotta. In den Denkschriften der königl. Akademie der Wissenschaften sind erschienen: Monographie der amerikanischen Oralisarten. Mit 6 Steindrucken. 60 S. (in 9 Bde. 18 5). Nachtrag zu der Monographie der amerikanischen Oralisarten. Mit 3 Steindrücken. S. 102. (im 10 Bde. 1832). Plantarum novarum vel minus cognitarum, quae in horto botanico herbarioque regio monacensi servantur, elenchus. Fascilus 1. (S. 112 ) cum tab. VI. lapidi incisis. (im 10 Bde. 1832). In der botanischen Zeitung in Regensburg: Ad floram Erlangensem adnotationes nonnullae. (p. 605.) seq. 1821. Botanische Notizen über eine im Juli 1823 nach Tyrol und Oberitalien gemachte Reise, (p. 256. seq., p. 277. seq., p. 202.) 1824. Bemerkungen über Polygonum viviparum. (p. 289. seq.) 1825. Ueber Oxalis corniculata und stricta. (p. 257. seq.) 1826, Ueber die Saamen der Gentianen. (p. 305. seq.) 1826. Ueber einige Anemonen aus der Abtheilung Pulsatilla. (p. 369. seq.) 1826. Ueber den Utriculus der Carices. (p. 119. seq.) 1827. Der Winter 1829/30 im botanischen Garten zu München, (p. 745. seq.) 1830 Skizzen aus meinem Reisetagbuche über die Schweiz und Oberitalien. Mehrere Recensionen sind in verschiedenen Jahrgängen enthalten. In der Zeitschrift »Inland und Ausland« kommen mehrere Aufsätze, z. B. über Allee-Anlagen um München, Erinnerungen aus dem bayerischen Hochlande u. s. w. Mehrere Gedichte sind hie und da anonym erschienen. In der 2ten Auflage der Beschreibung des Wildbades zu Kreuth ein Aufsatz über die Vegetation jener Gegend.

Adolph von Schaden: Gelehrtes München im Jahre 1834, oder: Verzeichniss mehrerer in Bayerns Hauptstadt lebenden Schriftsteller und ihrer Werke, München, 1834.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.