Kein Grab ist stumm

 

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Lexikon der Deutschen Dichter und Prosaisten (1913)

Daxenberger, Sebastian Franz von, pseud. Karl Fernau, wurde am 3. Oktbr. 1809 in München als der Sohn eines Kupferschmieds geboren. Er studierte daselbst sowie ln Berlin und Göttingen die Rechte und trat als Praktikant beim Landgericht Au in den Staatsdienst. Im Jahre 1833 wurde er Akzessist im Ministerium des Innern und 1835 Sekretär des Kronprinzen, nachmaligen Königs Max II., der mit ihm in Göttingen studiert, und ihm schon damals seine Aufmerksamkeit u. Freundschaft geschenkt hatte. D. nährte die Vorliebe seines Gönners für historische Studien und seine Neigung zu artistischen Schöpfungen (Burg Hohenschwangau), redigierte auch seine lyrischen Erzeugnisse.

Nachdem D. 1843 zum Regierungsrat befördert worden und als solcher drei Jahre lang das Amt eines Zensors verwaltet hatte, ward er im April 1847 Oberkirchen- und Schulrat und im Dezember d. J. Ministerialrat im Ministerium des königl. Hauses und Äußern. Im Januar 1849 als Abgeordneter zum Parlament in Frankfurt gewählt, gehörte er zu den Vertretern der konstitutionellen Monarchie und möglichster Selbständigkeit Bayerns. Durch Verleihung des Ordens der bayerischen Krone erhielt er 1851 den persönlichen Adel; 1866 wurde er Mitglied des Staatsrats und starb am 22. Januar 1878.

Von 1841-47 hatte D. das von Eduard von Schenk 1834 gegründete poetische Taschenbuch »Charitas« redigiert. S: Die Sendlinger Schlacht (Romant. G.), 1834. - Münchener Tausend und Eins (Mythische Ge.), 1835. - Edgar, oder: Blätter a. d. Leben eines Dichters, 1838. - Der Tod Shakespeares (Dram. Bruchstück), 1833. - Ulrich Schwarz (Dr.), 1841. - Beatrice Cenci (Tr.), 1841. - Münchener Hundert u. Eins (Kulturschilderungen), 1840. - Das Fest der Musen (Lyr. Spiel), 1844. - Gedichte, 1845.

Lexikon der Deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Leipzig, 1913.

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.